Im Inneren eines Blatts
Ein Blatt ist oft nur wenige Zellen dick und besitzt doch eine wasserdichte Hülle, zwei Arten nahrungsbildender Zellen, Luftwege, Leitungen und verstellbare Türen.
Ein Blatt von außen
Pflücke ein Blatt von einem Baum und betrachte es. Der flache, breite Teil ist die Blattspreite oder Lamina. Viele Blätter sitzen mit einem Blattstiel am Spross; Blätter ohne Stiel heißen sitzend. In der Mitte verläuft die Mittelrippe, von der Blattadern aus Leitgewebe abzweigen. Ihre Anordnung verrät etwas über die Pflanze. Einkeimblättrige Pflanzen wie Tulpen und Gräser haben parallele Blattadern, Zweikeimblättrige wie die Linde ein Adernetz. Beim Ginkgo teilen sich die Adern immer wieder in zwei Äste.
Schicht für Schicht
Schneidest du ein Blatt quer durch und betrachtest es unter dem Mikroskop, erkennst du Schichten. Auf beiden Seiten liegt die Epidermis, meist eine einzelne Zellschicht. Darüber befindet sich die Kutikula, eine wachsartige Schicht, die den Wasserverlust über die Oberfläche bremst. Jede Landpflanze besitzt sie. Manche Blätter tragen außerdem kleine Haare, sogenannte Trichome. Diese können Insekten abschrecken oder die Luftbewegung über dem Blatt verlangsamen.
Zwischen den beiden Epidermisschichten liegt das Mesophyll, wörtlich das „mittlere Blatt“. Sein oberer Teil ist das Palisadengewebe: längliche, säulenförmige Zellen, die in einer, zwei oder drei Lagen dicht nebeneinanderstehen wie Zaunpfähle. Sie liegen direkt unter der Oberseite, wo das Licht am stärksten ist, und sind voller Chloroplasten. Darunter liegt das Schwammgewebe mit locker angeordneten, unregelmäßigen Zellen und luftgefüllten Zwischenräumen. Beide Gewebeschichten enthalten Chloroplasten. Die Interzellularräume sind über die Spaltöffnungen mit der Außenluft verbunden, sodass Kohlenstoffdioxid jede Zelle erreichen kann.
Durch das Mesophyll ziehen die Blattadern. Jedes Leitbündel enthält Xylem und Phloem, egal wie klein es ist. Das Xylem besteht aus Tracheiden und Gefäßen, die Wasser und Mineralstoffe aus den Wurzeln heranführen. Das Phloem transportiert die Fotosyntheseprodukte aus dem Blatt in den Rest der Pflanze. Im Versuch liegt das Xylem im oberen Teil des Bündels und das Phloem im unteren, wie bei einem typischen Blatt einer zweikeimblättrigen Pflanze.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.
Türen im Abschlussgewebe
In der Epidermis liegen Öffnungen, die Stomata (Einzahl: Stoma) oder Spaltöffnungen heißen. Jede wird von zwei Schließzellen flankiert. Diese schwellen an, um den Spalt zu öffnen, und schrumpfen, um ihn zu schließen. Laut OpenStax sind Schließzellen die einzigen Epidermiszellen mit Chloroplasten. Bei den meisten Blättern liegen die Spaltöffnungen überwiegend auf der schattigeren, kühleren Unterseite. Das hilft, den Wasserverlust zu verringern.
Blätter für unterschiedliche Lebensräume
Die Blattform passt zum Lebensraum. Pflanzen am dunklen Regenwaldboden haben oft sehr breite Blätter, die möglichst viel Licht auffangen. Nadelbäume wie Fichten, Tannen und Kiefern in kalten Regionen besitzen Nadeln mit kleiner Oberfläche und eingesenkten Spaltöffnungen. Beides spart Wasser. Bei Kakteen sind die Blätter zu Dornen reduziert; die Fotosynthese findet im grünen Spross statt. Schwimmende Wasserpflanzen haben breite Blattspreiten mit einer dicken wachsartigen Kutikula, an der Wasser abperlt. Fleischfressende Pflanzen wie die Venusfliegenfalle wachsen in stickstoffarmen Mooren. Ihre umgebildeten Blätter fangen Insekten als zusätzliche Stickstoffquelle.
| Kutikula | Wachsartige Schicht, die den Wasserverlust bremst. |
| Palisadengewebe | Längliche, dicht stehende Zellen unter der Oberseite; hier findet die meiste Fotosynthese statt. |
| Schwammgewebe | Locker angeordnete Zellen mit Interzellularräumen für den Gasaustausch. |
| Xylem | Bringt Wasser und Mineralstoffe aus den Wurzeln. |
| Phloem | Transportiert Zucker aus dem Blatt. |
| Schließzellen | Zellpaar, das eine Spaltöffnung öffnet und schließt. |
| Blattstiel | Stiel, der ein Blatt mit dem Spross verbindet. |
- Epidermis und Kutikula schützen das Blatt und dichten es gegen Wasserverlust ab.
- Das Palisadengewebe und das darunterliegende Schwammgewebe enthalten die Chloroplasten.
- Jedes Leitbündel enthält Xylem (Wasser hinein) und Phloem (Zucker hinaus).
- Schließzellen öffnen und schließen die Spaltöffnungen, die meist auf der Unterseite liegen.
- In welcher Schicht findet der größte Teil der Fotosynthese eines Blatts statt?
- Palisadengewebe
- Obere Epidermis
- Kutikula
- Untere Epidermis
- Was bewirkt die Kutikula?
- Sie bremst den Wasserverlust über die Oberfläche
- Sie transportiert Zucker
- Sie bildet Sauerstoff
- Sie öffnet die Spaltöffnungen
- Welche Epidermiszellen enthalten Chloroplasten?
- Nur die Schließzellen
- Alle
- Keine
- Nur die obere Epidermis
- Ein Leitbündel im Blatt enthält ...
- Xylem und Phloem
- nur Xylem
- nur Phloem
- nur Luft
- Ein Grasblatt mit nebeneinander verlaufenden Blattadern gehört zu ...
- einer einkeimblättrigen Pflanze
- einer zweikeimblättrigen Pflanze
- einem Ginkgo
- einem Farn
- Wozu dienen die Interzellularräume im Schwammgewebe?
- Gase können zwischen den Spaltöffnungen und den Zellen zirkulieren
- Sie speichern Zucker
- Sie enthalten das Chlorophyll
- Sie machen das Blatt schwerer
- Wo liegen bei den meisten Blättern die Spaltöffnungen?
- Hauptsächlich auf der Unterseite
- Nur auf der Oberseite
- In den Blattadern
- Im Palisadengewebe
- Kiefernnadeln mit eingesenkten Spaltöffnungen sind eine Anpassung, um ...
- Wasser zu sparen
- Insekten zu fangen
- auf Wasser zu schwimmen
- mehr Licht am Waldboden aufzufangen
- Warum fangen Venusfliegenfallen Insekten?
- Um in stickstoffarmen Mooren zusätzlichen Stickstoff zu erhalten
- Um Wasser zu erhalten
- Um Kohlenstoffdioxid zu erhalten
- Nur zur Abwehr
- Ordne die Schichten von der Blattoberseite nach unten an.
Quellen zu diesem Kurs (16)
- -fix5: gravity calculation corrected using rho*g*h = 1000*9.8*h Pa
- the cited textbook has a tenfold coefficient error. Sources (checked 2026-10-17): OpenStax Biology 2e 8.1 Overview of Photosynthesis (photoautotrophs, mesophyll, stomata on the underside, guard cells, chloroplast, thylakoid, granum, stroma, two stages; openstax.org/books/biology-2e/pages/8-1-overview-of-photosynthesis)
- 8.2 The Light-Dependent Reactions (400 to 700 nm, chlorophyll a absorbs blue and red, carotenoids, 300 to 400 chlorophylls per antenna, water split at PSII, about 10 percent of the oxygen used by the leaf's mitochondria; .../8-2-the-light-dependent-reactions-of-photosynthesis)
- 8.3 Using Light Energy to Make Organic Molecules (RuBisCO, 3-PGA, G3P, three turns per G3P and six per glucose, "dark reaction" outdated, cacti fix CO2 at night; .../8-3-using-light-energy-to-make-organic-molecules)
- 30.3 Roots (tap and fibrous roots, root cap, three zones in the first centimetre, root hairs, endodermis and Casparian strip; .../30-3-roots)
- 30.4 Leaves (lamina, petiole, midrib, parallel and reticulate venation, Ginkgo, cuticle, trichomes, palisade in one to three layers, spongy mesophyll, guard cells the only epidermal cells with chloroplasts, xylem and phloem, needles and spines; .../30-4-leaves)
- 30.5 Transport of Water and Solutes (redwoods near 116 m, turgor 0.6 to 0.8 MPa and up to 1.5 MPa = 210 psi vs tyres 30 to 34 psi, gravity -0.1 MPa per metre, -2 MPa at the leaf surface, cohesion-tension, up to 90 percent of the water lost, sources and sinks, phloem sap up to 30 percent sugar; .../30-5-transport-of-water-and-solutes-in-plants)
- 31.3 Nutritional Adaptations (rhizobia, nodules, nitrogenase, biological fixation 65 percent of nitrogen used in agriculture, mycorrhizae in more than 80 percent of land plants, up to 20 percent of the carbon; .../31-3-nutritional-adaptations-of-plants)
- 32.2 Pollination and Fertilization (self and cross pollination, bees cannot see red, nectar guides, bats, birds, wind, water, at least 25,000 orchid species, double fertilization 2n zygote and 3n endosperm, seed parts, scutellum, fruit types, dispersal, dormancy; .../32-2-pollination-and-fertilization)
- Britannica, Photosynthesis: history (Priestley 1771, Ingenhousz 1779, 1782: oxygen formed at the expense of fixed air, identified the year before as carbon dioxide) (britannica.com/science/photosynthesis/History-of-the-study-of-photosynthesis)
- Smithsonian Libraries, Ingenhousz, Experiments upon Vegetables, 1779 (library.si.edu/digital-library/book/experimentsuponv00inge)
- van Helmont's account (200 pounds of earth, 5 pound willow, 169 pounds and about 3 ounces after five years, soil short by about 2 ounces)
- quoted from Howe 1965 by S. G. Saupe, College of St. Benedict and St. John's University (employees.csbsju.edu/ssaupe/biol115/van_helmont.htm)
- F. F. Blackman, Optima and Limiting Factors, Annals of Botany 19:281-296, April 1905 (doi.org/10.1093/oxfordjournals.aob.a089000)
- NOAA Global Monitoring Laboratory, Trends in CO2 (gml.noaa.gov/ccgg/trends/: Mauna Loa September 2026 monthly mean 426.07 ppm)
- NOAA Climate.gov, Climate change: atmospheric carbon dioxide (280 ppm or less before the Industrial Revolution of the mid-1700s, from ice cores; climate.gov/news-features/understanding-climate/climate-change-atmospheric-carbon-dioxide).
Abgerufen: 2026-10-17