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Wurzeln, Xylem und Phloem

Alle drei Arbeitszonen einer wachsenden Wurzelspitze liegen ungefähr innerhalb ihres ersten Zentimeters.

Die Aufgaben der Wurzeln

Wurzeln verankern die Pflanze, nehmen Wasser und Mineralstoffe auf und speichern durch Fotosynthese gebildete Nährstoffe. Die meisten liegen unter der Erde, doch manche Pflanzen bilden auch oberirdische Wurzeln am Spross. Es gibt zwei Haupttypen von Wurzelsystemen. Zweikeimblättrige besitzen meist eine Pfahlwurzel: Eine Hauptwurzel wächst senkrecht nach unten, kleinere Seitenwurzeln zweigen davon ab. Deshalb reißt ein Löwenzahn beim Herausziehen ab und kann aus dem zurückbleibenden Stück neu wachsen. Einkeimblättrige wie Rasengräser, Weizen, Reis und Mais haben ein Faserwurzelsystem. Dieses dichte Geflecht dünner Wurzeln nahe der Oberfläche hält auch den Boden fest.

Eine Wurzelhaube schützt die Spitze einer wachsenden Wurzel. Beim Vordringen durch die Erde wird sie ständig abgerieben und erneuert. Dahinter folgen drei Zonen: eine Zellteilungszone, eine Streckungszone, in der sich neue Zellen verlängern und die Wurzel vorwärtsschieben, und eine Differenzierungszone, in der die Zellen ihre endgültigen Aufgaben übernehmen. Laut OpenStax liegen alle drei auf ungefähr dem ersten Zentimeter. In der Differenzierungszone bilden Epidermiszellen Wurzelhaare. Diese dünnen Auswüchse vergrößern die Oberfläche für die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen enorm.

Wasser, das in eine Wurzel eintritt, muss vor dem Xylem eine Kontrollstelle passieren. Die Endodermis bildet einen Zellring um das zentrale Leitgewebe. Ihre Wände tragen ein wachsartiges Band, den Caspary-Streifen. Wasser und gelöste Mineralstoffe können nicht zwischen diesen Zellen hindurchschlüpfen. Sie müssen die Zellmembranen passieren. So kontrolliert die Wurzel, was hineingelangt, und hält viele giftige Stoffe fern.

Zwei Leitungssysteme

In einer Pflanze verlaufen zwei Transportsysteme nebeneinander. Das Xylem transportiert Wasser und Mineralstoffe nur in eine Richtung: vom Boden über die Wurzel zum Blatt und hinaus in die Luft. Den Zug erzeugt die Transpiration, wie du im vorherigen Abschnitt gesehen hast. Das Phloem transportiert Zucker, und zwar in beide Richtungen. Pflanzenteile, die Zucker bilden oder freisetzen, heißen Quellen; meist sind es ausgewachsene Blätter. Teile, die Zucker verbrauchen oder speichern, heißen Senken: Wurzeln, junge Sprosse, sich entwickelnde Samen und Früchte sowie Knollen. Die oberen Blätter schicken Zucker nach oben zur wachsenden Sprossspitze, die unteren nach unten zu den Wurzeln und die mittleren in beide Richtungen.

Blätter laden unter Energieverbrauch Saccharose in die Siebröhrenglieder des Phloems. Der Phloemsaft kann bis zu 30 Prozent Zucker enthalten. Dieser Zucker zieht durch Osmose Wasser aus dem benachbarten Xylem an. Der Druck steigt und schiebt den Saft zu den Senken. Dort wird Zucker verbraucht oder gespeichert, und Wasser tritt wieder aus. Lebende Geleitzellen neben jeder Siebröhre liefern die nötige Energie.

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Die Blattader: Wähle „Xylem“ und dann „Phloem“, um zu vergleichen, was die beiden transportieren.

Partner im Boden

Wurzeln arbeiten selten allein. Die meisten Landpflanzen bilden Mykorrhizen, Lebensgemeinschaften mit Pilzen. Deren dünne Fäden reichen weit über die Wurzeln hinaus bis in winzige Bodenporen. Die Pflanze erhält vor allem Phosphat und andere Mineralstoffe; der Pilz kann bis zu 20 Prozent des von der Pflanze fixierten Kohlenstoffs bekommen. Laut OpenStax kommen Endomykorrhizen in den Wurzeln von mehr als 80 Prozent der Landpflanzen vor. Hülsenfrüchtler wie Erbsen, Bohnen, Erdnüsse und Sojabohnen haben einen zweiten Partner: Bodenbakterien namens Rhizobien. Sie leben in Wurzelknöllchen und wandeln Stickstoffgas aus der Luft in Ammoniak um, den die Pflanze nutzen kann. Biologische Vorgänge liefern 65 Prozent des in der Landwirtschaft genutzten Stickstoffs.

WurzelhaarAuswuchs einer Epidermiszelle der Wurzel; vergrößert die Aufnahmefläche.
Caspary-StreifenWachsartiges Band in der Endodermis, das Wasser durch die Membranen zwingt.
QuelleEin Teil, der Zucker bildet oder freisetzt, etwa ein ausgewachsenes Blatt.
SenkeEin Teil, der Zucker verbraucht oder speichert: Wurzeln, Früchte, Samen.
MykorrhizaLebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und Pflanzenwurzeln.
RhizobienStickstofffixierende Bakterien in den Wurzelknöllchen von Hülsenfrüchtlern.
Das Wichtigste
  • Pfahlwurzeln (Zweikeimblättrige) und Faserwurzeln (Einkeimblättrige).
  • Wurzelhaube, dann Teilungs-, Streckungs- und Differenzierungszone; Wurzelhaare nehmen Wasser und Mineralstoffe auf.
  • Xylem: Wasser in eine Richtung, vom Boden zur Luft. Phloem: Zucker von Quellen zu Senken.
  • Mykorrhizapilze und stickstofffixierende Rhizobien unterstützen Wurzeln.
  1. Welche Pflanze hat ein Faserwurzelsystem?
    • Weizen
    • Löwenzahn
    • Möhre
    • Rote Bete
  2. Was bewirken Wurzelhaare?
    • Sie vergrößern die Oberfläche zur Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen
    • Sie transportieren Zucker
    • Sie schützen die Wurzelspitze
    • Sie bilden Chlorophyll
  3. Ordne die Teile einer Wurzelspitze vom äußersten Ende nach hinten an.
  4. Welche Aufgabe hat der Caspary-Streifen?
    • Er zwingt Wasser und Mineralstoffe, Zellmembranen zu passieren
    • Er transportiert Zucker zu den Blättern
    • Er bildet Wurzelhaare
    • Er speichert Stärke
  5. Welches Gewebe kann seinen Inhalt nach oben und nach unten transportieren?
    • Phloem
    • Xylem
    • Epidermis
    • Kutikula
  6. Was davon ist eine Senke?
    • Eine sich entwickelnde Frucht
    • Ein ausgewachsenes Blatt im Sonnenlicht
    • Die Kutikula
    • Eine Spaltöffnung
  7. Wie viel Prozent Zucker kann Phloemsaft höchstens enthalten?
  8. Was liefern Rhizobien einer Bohnenpflanze?
    • Ammoniak aus Luftstickstoff
    • Zucker
    • Wasser
    • Kohlenstoffdioxid
  9. In den Wurzeln von mehr als wie viel Prozent der Landpflanzen kommen laut OpenStax Endomykorrhizen vor?
  10. Ordne den Weg des Wassers an.
Quellen zu diesem Kurs (16)
  • -fix5: gravity calculation corrected using rho*g*h = 1000*9.8*h Pa
  • the cited textbook has a tenfold coefficient error. Sources (checked 2026-10-17): OpenStax Biology 2e 8.1 Overview of Photosynthesis (photoautotrophs, mesophyll, stomata on the underside, guard cells, chloroplast, thylakoid, granum, stroma, two stages; openstax.org/books/biology-2e/pages/8-1-overview-of-photosynthesis)
  • 8.2 The Light-Dependent Reactions (400 to 700 nm, chlorophyll a absorbs blue and red, carotenoids, 300 to 400 chlorophylls per antenna, water split at PSII, about 10 percent of the oxygen used by the leaf's mitochondria; .../8-2-the-light-dependent-reactions-of-photosynthesis)
  • 8.3 Using Light Energy to Make Organic Molecules (RuBisCO, 3-PGA, G3P, three turns per G3P and six per glucose, "dark reaction" outdated, cacti fix CO2 at night; .../8-3-using-light-energy-to-make-organic-molecules)
  • 30.3 Roots (tap and fibrous roots, root cap, three zones in the first centimetre, root hairs, endodermis and Casparian strip; .../30-3-roots)
  • 30.4 Leaves (lamina, petiole, midrib, parallel and reticulate venation, Ginkgo, cuticle, trichomes, palisade in one to three layers, spongy mesophyll, guard cells the only epidermal cells with chloroplasts, xylem and phloem, needles and spines; .../30-4-leaves)
  • 30.5 Transport of Water and Solutes (redwoods near 116 m, turgor 0.6 to 0.8 MPa and up to 1.5 MPa = 210 psi vs tyres 30 to 34 psi, gravity -0.1 MPa per metre, -2 MPa at the leaf surface, cohesion-tension, up to 90 percent of the water lost, sources and sinks, phloem sap up to 30 percent sugar; .../30-5-transport-of-water-and-solutes-in-plants)
  • 31.3 Nutritional Adaptations (rhizobia, nodules, nitrogenase, biological fixation 65 percent of nitrogen used in agriculture, mycorrhizae in more than 80 percent of land plants, up to 20 percent of the carbon; .../31-3-nutritional-adaptations-of-plants)
  • 32.2 Pollination and Fertilization (self and cross pollination, bees cannot see red, nectar guides, bats, birds, wind, water, at least 25,000 orchid species, double fertilization 2n zygote and 3n endosperm, seed parts, scutellum, fruit types, dispersal, dormancy; .../32-2-pollination-and-fertilization)
  • Britannica, Photosynthesis: history (Priestley 1771, Ingenhousz 1779, 1782: oxygen formed at the expense of fixed air, identified the year before as carbon dioxide) (britannica.com/science/photosynthesis/History-of-the-study-of-photosynthesis)
  • Smithsonian Libraries, Ingenhousz, Experiments upon Vegetables, 1779 (library.si.edu/digital-library/book/experimentsuponv00inge)
  • van Helmont's account (200 pounds of earth, 5 pound willow, 169 pounds and about 3 ounces after five years, soil short by about 2 ounces)
  • quoted from Howe 1965 by S. G. Saupe, College of St. Benedict and St. John's University (employees.csbsju.edu/ssaupe/biol115/van_helmont.htm)
  • F. F. Blackman, Optima and Limiting Factors, Annals of Botany 19:281-296, April 1905 (doi.org/10.1093/oxfordjournals.aob.a089000)
  • NOAA Global Monitoring Laboratory, Trends in CO2 (gml.noaa.gov/ccgg/trends/: Mauna Loa September 2026 monthly mean 426.07 ppm)
  • NOAA Climate.gov, Climate change: atmospheric carbon dioxide (280 ppm or less before the Industrial Revolution of the mid-1700s, from ice cores; climate.gov/news-features/understanding-climate/climate-change-atmospheric-carbon-dioxide).

Abgerufen: 2026-10-17