Blüten, Samen und Früchte
Mindestens 25 000 Orchideenarten wurden benannt. Manche lassen sich bestäuben, indem sie Wespen täuschen.
Die Teile einer Blüte
Eine Blüte ist ein zur Fortpflanzung umgebildeter Spross. Außen liegen grüne Kelchblätter, die die Knospe geschützt haben. Innen folgen die oft farbigen Kronblätter, die Tiere anlocken. Die männlichen Teile sind die Staubblätter: Jedes besteht aus einem Staubfaden mit einem pollenbildenden Staubbeutel an der Spitze. In der Mitte liegt der weibliche Teil, das Fruchtblatt. Seine klebrige Spitze, die Narbe, fängt Pollen auf. Der Griffel führt nach unten zum Fruchtknoten, der eine oder mehrere Samenanlagen enthält.
Wie Pollen auf die Narbe gelangt
Bestäubung ist die Übertragung von Pollen von einem Staubbeutel auf eine Narbe. Bei der Selbstbestäubung landet er auf einer Narbe derselben Blüte oder derselben Pflanze. Bei der Fremdbestäubung erreicht er eine Blüte auf einer anderen Pflanze derselben Art. Dadurch wird Erbgut gemischt und die Nachkommenschaft vielfältiger. Viele Pflanzen erschweren die Selbstbestäubung: Pollen und Narbe reifen zu unterschiedlichen Zeiten, männliche und weibliche Blüten sind getrennt (Gurke), oder sie wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Gregor Mendel nutzte bei seinen Vererbungsstudien mit Gartenerbsen sowohl Selbst- als auch Fremdbestäubung.
Die meisten Bestäuber sind Tiere, und die Blüten sind an sie angepasst. Bienen sehen kein Rot; Bienenblüten sind daher meist blau oder gelb und tragen oft Saftmale, die Bienen sehen können, Menschen aber nicht. Von Fliegen bestäubte Blüten wie die Titanwurz riechen nach verwesendem Fleisch und sind mattbraun oder purpurfarben. Nachtfalter besuchen abends blasse, flache Blüten; Yucca und Yuccamotte sind voneinander abhängig. Fledermäuse bestäuben große, blasse, nachts stark duftende Blüten wie die der Agave. Kolibris besuchen leuchtende, gebogene Röhrenblüten, die oft nicht duften. Gräser, Ahorne, Eichen und die meisten Nadelbäume nutzen dagegen den Wind: kleine grüne Blüten oder Zapfen, kein Nektar und riesige Mengen leichten Pollens. Manche Orchideen bieten gar nichts und täuschen ihre Bestäuber. Die Hammerorchidee sieht sogar wie eine weibliche Wespe aus und riecht auch so.
Doppelte Befruchtung und Samenbildung
Nach der Landung auf der Narbe bildet ein Pollenkorn einen Schlauch, der durch den Griffel zu einer Samenanlage wächst. Zwei Spermazellen wandern darin hinab. Bei Blütenpflanzen werden beide genutzt. Eine befruchtet die Eizelle; daraus entsteht eine diploide (2n) Zygote, die sich zum Embryo entwickelt. Die andere verschmilzt mit zwei Polkernen. Die entstandene triploide (3n) Zelle entwickelt sich zum Endosperm, dem Nährgewebe. Das ist die doppelte Befruchtung. Aus der befruchteten Samenanlage wird der Samen, aus dem umgebenden Fruchtknoten die Frucht.
Ein Samen enthält eine Samenschale, ein oder zwei Keimblätter, häufig ein Endosperm und einen Embryo. Die Keimwurzel des Embryos wird zur ersten Wurzel, seine Keimknospe zum ersten Spross mit Blättern. Zweikeimblättrige besitzen zwei Keimblätter. Die beiden Hälften einer Erdnuss oder einer gespaltenen Erbse sind mit Nährstoffen gefüllte Keimblätter. Einkeimblättrige wie Mais und Weizen besitzen eines, das Schildchen, und speichern ihre Nährstoffe in einem großen Endosperm. Viele Samen verharren dann Monate, Jahre oder länger in Keimruhe, bis Wasser, Licht, Kälte, Wärme oder sogar Feuer das Signal zur Keimung geben.
Früchte und Ausbreitung
Botanisch ist eine Frucht ein reifer Fruchtknoten. Deshalb sind eine Tomate, eine Erdnusshülse und ein ganzes Maiskorn Früchte. Eine Einzelfrucht entsteht aus einem Fruchtknoten (Bohnen, Nüsse). Eine Sammelfrucht entsteht aus mehreren Fruchtblättern einer Blüte (Himbeere). Ein Fruchtverband entsteht aus einem Blütenstand (Ananas). Eine Scheinfrucht besteht überwiegend aus einem anderen Blütenteil, etwa dem Blütenboden bei Erdbeere oder Apfel. Früchte dienen der Ausbreitung: Löwenzahnsamen schweben im Wind, Kokosnüsse treiben über das Meer und Eichhörnchen vergraben Eicheln, von denen sie manche vergessen.
| Staubblatt | Männlicher Teil: Staubfaden und pollenbildender Staubbeutel. |
| Fruchtblatt | Weiblicher Teil: Narbe, Griffel und Fruchtknoten. |
| Bestäubung | Übertragung von Pollen vom Staubbeutel auf die Narbe. |
| Doppelte Befruchtung | Eine Spermazelle bildet die 2n-Zygote, die andere das 3n-Endosperm. |
| Keimblatt | Blatt des Keimlings; zwei bei Zweikeimblättrigen, eines bei Einkeimblättrigen. |
| Frucht | Ein reifer Fruchtknoten. |
- Staubblätter bilden Pollen; die Narbe des Fruchtblatts nimmt ihn auf.
- Fremdbestäubung mischt Erbgut; Blüten sind an ihre Bestäuber oder den Wind angepasst.
- Doppelte Befruchtung: 2n-Zygote und 3n-Endosperm.
- Samenanlage → Samen, Fruchtknoten → Frucht; Früchte verbreiten Samen.
- Welcher Blütenteil bildet Pollen?
- Staubbeutel
- Narbe
- Fruchtknoten
- Kelchblatt
- Wird Pollen auf eine Blüte einer anderen Pflanze derselben Art übertragen, ist das ...
- Fremdbestäubung
- Selbstbestäubung
- doppelte Befruchtung
- Keimruhe
- Warum sind von Bienen bestäubte Blüten selten rot?
- Bienen können Rot nicht sehen
- Rote Blüten haben keinen Nektar
- Bienen haben Angst vor Rot
- Rote Kronblätter blockieren den Wind
- Welche Merkmale deuten auf eine windbestäubte Blüte hin?
- Klein, grün, kein Nektar, viel leichter Pollen
- Groß, weiß, nachts starker Duft
- Leuchtend, röhrenförmig, ohne Duft
- Mattpurpur und Geruch nach verwesendem Fleisch
- Wie viele Chromosomensätze hat die Endospermzelle bei der doppelten Befruchtung (die Zahl vor n)?
- Was wird nach der Befruchtung aus dem Fruchtknoten?
- Die Frucht
- Der Samen
- Der Embryo
- Die Kronblätter
- Was ist eine Sammelfrucht?
- Himbeere
- Ananas
- Pfirsich
- Bohne
- Die beiden Hälften einer Erdnuss sind ...
- Keimblätter
- Endosperm
- Samenschalen
- Fruchtknoten
- Welcher Teil des Embryos wird zur ersten Wurzel?
- Keimwurzel
- Keimknospe
- Keimblatt
- Samenschale
- Eine Kokosnuss wird hauptsächlich verbreitet durch ...
- Wasser
- Wind
- Eichhörnchen
- Haken am Fell
Quellen zu diesem Kurs (16)
- -fix5: gravity calculation corrected using rho*g*h = 1000*9.8*h Pa
- the cited textbook has a tenfold coefficient error. Sources (checked 2026-10-17): OpenStax Biology 2e 8.1 Overview of Photosynthesis (photoautotrophs, mesophyll, stomata on the underside, guard cells, chloroplast, thylakoid, granum, stroma, two stages; openstax.org/books/biology-2e/pages/8-1-overview-of-photosynthesis)
- 8.2 The Light-Dependent Reactions (400 to 700 nm, chlorophyll a absorbs blue and red, carotenoids, 300 to 400 chlorophylls per antenna, water split at PSII, about 10 percent of the oxygen used by the leaf's mitochondria; .../8-2-the-light-dependent-reactions-of-photosynthesis)
- 8.3 Using Light Energy to Make Organic Molecules (RuBisCO, 3-PGA, G3P, three turns per G3P and six per glucose, "dark reaction" outdated, cacti fix CO2 at night; .../8-3-using-light-energy-to-make-organic-molecules)
- 30.3 Roots (tap and fibrous roots, root cap, three zones in the first centimetre, root hairs, endodermis and Casparian strip; .../30-3-roots)
- 30.4 Leaves (lamina, petiole, midrib, parallel and reticulate venation, Ginkgo, cuticle, trichomes, palisade in one to three layers, spongy mesophyll, guard cells the only epidermal cells with chloroplasts, xylem and phloem, needles and spines; .../30-4-leaves)
- 30.5 Transport of Water and Solutes (redwoods near 116 m, turgor 0.6 to 0.8 MPa and up to 1.5 MPa = 210 psi vs tyres 30 to 34 psi, gravity -0.1 MPa per metre, -2 MPa at the leaf surface, cohesion-tension, up to 90 percent of the water lost, sources and sinks, phloem sap up to 30 percent sugar; .../30-5-transport-of-water-and-solutes-in-plants)
- 31.3 Nutritional Adaptations (rhizobia, nodules, nitrogenase, biological fixation 65 percent of nitrogen used in agriculture, mycorrhizae in more than 80 percent of land plants, up to 20 percent of the carbon; .../31-3-nutritional-adaptations-of-plants)
- 32.2 Pollination and Fertilization (self and cross pollination, bees cannot see red, nectar guides, bats, birds, wind, water, at least 25,000 orchid species, double fertilization 2n zygote and 3n endosperm, seed parts, scutellum, fruit types, dispersal, dormancy; .../32-2-pollination-and-fertilization)
- Britannica, Photosynthesis: history (Priestley 1771, Ingenhousz 1779, 1782: oxygen formed at the expense of fixed air, identified the year before as carbon dioxide) (britannica.com/science/photosynthesis/History-of-the-study-of-photosynthesis)
- Smithsonian Libraries, Ingenhousz, Experiments upon Vegetables, 1779 (library.si.edu/digital-library/book/experimentsuponv00inge)
- van Helmont's account (200 pounds of earth, 5 pound willow, 169 pounds and about 3 ounces after five years, soil short by about 2 ounces)
- quoted from Howe 1965 by S. G. Saupe, College of St. Benedict and St. John's University (employees.csbsju.edu/ssaupe/biol115/van_helmont.htm)
- F. F. Blackman, Optima and Limiting Factors, Annals of Botany 19:281-296, April 1905 (doi.org/10.1093/oxfordjournals.aob.a089000)
- NOAA Global Monitoring Laboratory, Trends in CO2 (gml.noaa.gov/ccgg/trends/: Mauna Loa September 2026 monthly mean 426.07 ppm)
- NOAA Climate.gov, Climate change: atmospheric carbon dioxide (280 ppm or less before the Industrial Revolution of the mid-1700s, from ice cores; climate.gov/news-features/understanding-climate/climate-change-atmospheric-carbon-dioxide).
Abgerufen: 2026-10-17