edubun
Deutsch

Wie alt Gesteine sind

Winzige Zirkonkristalle aus Westaustralien sind etwa 4.4 Milliarden Jahre alt, älter als jedes vollständige Gestein, das auf der Erde gefunden wurde.

Wird geladen

Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.

Der Acasta-Gneis entstand durch Metamorphose eines älteren magmatischen Gesteins. Seine Zirkonkristalle halten fest, wann sie gewachsen sind.

Geologen beantworten zwei verschiedene Altersfragen. Welches dieser Gesteine ist älter? Das klärt die relative Datierung anhand der Schichtenfolge und der Fossilien darin. Wie viele Jahre alt ist dieses Gestein? Das klärt die absolute Datierung anhand des gleichmäßigen Zerfalls radioaktiver Atome. Die beiden Methoden entwickelten sich unabhängig voneinander und überprüfen sich heute gegenseitig.

Unten älter, oben jünger

Sedimentgesteine entstehen Teilchen für Teilchen und Schicht für Schicht, wobei jede Schicht auf der vorherigen abgelagert wird. In einer ungestörten Schichtenfolge muss deshalb jede Schicht älter sein als die darüberliegenden. Der USGS nennt das das Überlagerungsprinzip. Fossilien liefern einen zweiten Hinweis. Ende der 1700er- und Anfang der 1800er-Jahre fanden der englische Kanalbauingenieur William Smith und die französischen Wissenschaftler Georges Cuvier und Alexandre Brongniart heraus, dass gleich alte Gesteine auch über große Entfernungen dieselben Fossilarten enthalten. Smith sagte damit voraus, welche Gesteine unter den Hügeln lagen, die seine Kanäle durchqueren mussten. Geologen erkannten so gleich alte Gesteine auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Der Gedanke dahinter heißt heute Prinzip der Fossilabfolge.

Uhren in Mineralen

Das Überlagerungsprinzip zeigt, welche Schicht älter ist, aber nicht um wie viel. Für Altersangaben in Jahren nutzen Geologen die radiometrische Datierung. Manche Elemente in Gesteinen und Mineralen besitzen radioaktive Isotope, die mit fester Rate zu stabilen Isotopen anderer Elemente zerfallen. Die für die ältesten Gesteine verwendeten Isotope haben Halbwertszeiten von etwa 700 Millionen bis über 100 Milliarden Jahren (USGS). Misst man, wie viel des ursprünglichen Isotops übrig ist und wie viel Zerfallsprodukt sich angesammelt hat, ergibt sich die Zeit seit der Mineralbildung. Genau genommen erfasst die Methode den letzten Zeitpunkt, zu dem das Gestein schmolz oder so stark verändert wurde, dass seine radioaktive Datierungsuhr zurückgesetzt wurde.

Eine Halbwertszeit ist die Zeit, in der die Hälfte der radioaktiven Atome zerfällt. Nach einer Halbwertszeit bleibt die Hälfte, nach zwei ein Viertel, nach drei ein Achtel. Entscheidend ist nicht die Ausgangsmenge, sondern nur das Verhältnis zwischen verbliebenem Isotop und entstandenem Produkt. Deshalb funktioniert die Uhr selbst bei einem Kristall, der viel zu klein ist, um ihn von Hand zu wiegen.

Die ältesten Dinge auf der Erde

  • 4.54 Ga: Alter von Erde und Sonnensystem, bestimmt aus Bleiisotopen in Meteoriten und den ältesten Bleierzen (Unsicherheit unter 1%)
  • 4.53 bis 4.58 Ga: Mehr als 70 datierte Meteoriten
  • 4.4 bis 4.5 Ga: Älteste datierte Mondgesteine
  • 4.4 Ga: Zirkonkörner in Sedimentgesteinen im mittleren Westen Australiens
  • 4.03 Ga: Acasta-Gneise nahe dem Großen Sklavensee in Kanada: unter den ältesten datierten Gesteinen der Erde
  • 3.7 bis 3.8 Ga: Isua-Suprakrustalgesteine, Westgrönland

Die Zahlen stammen vom USGS. Ga steht für Milliarden Jahre vor heute. Auf jedem Kontinent gibt es über 3.5 Milliarden Jahre alte Gesteine, doch keines davon gehört zur allerersten Erdkruste. Es sind Lavaströme und im Flachwasser abgelagerte Sedimente. Die Erde hatte also bereits eine Vorgeschichte, als sie entstanden. Um das Alter der Erde selbst zu ermitteln, betrachten Forschende Erde und Meteoriten als Teile eines Systems. Sie verfolgen, wie sich das Verhältnis von Blei-207 zu Blei-206 durch den Zerfall von Uran verändert hat. Daraus ergeben sich 4.54 Milliarden Jahre.

Verschiedene Uhren stimmen überein. Viele radiometrische Methoden liefern für alte Gesteine miteinander vereinbare Alterswerte. Laut USGS gibt das Forschenden die Sicherheit, dass diese Werte bis auf wenige Prozent stimmen.
  1. In ungestörten Sedimentgesteinsschichten liegt die älteste Schicht …
    • ganz unten
    • ganz oben
    • in der Mitte
  2. Wer nutzte Fossilien, um Gesteine unter Hügeln vorherzusagen, die seine Kanäle durchqueren mussten?
    • William Smith
    • Friedrich Mohs
    • Robert Boyle
  3. Welcher Anteil eines radioaktiven Isotops bleibt nach drei Halbwertszeiten übrig? Gib eine Dezimalzahl an.
  4. Ein Mineral enthält noch 25% seines ursprünglichen radioaktiven Isotops. Wie viele Halbwertszeiten sind vergangen?
  5. Die Erde ist 4.54 Milliarden Jahre alt, die Acasta-Gneise 4.03 Milliarden. Um wie viele Millionen Jahre ist die Erde älter?
  6. Was ist laut USGS das bisher älteste datierte Material auf der Erde?
    • Zirkonkörner aus Westaustralien, etwa 4.4 Ga
    • Die Acasta-Gneise, 4.03 Ga
    • Isua-Gesteine, 3.7 bis 3.8 Ga
  7. Wie wurde das Erdalter von 4.54 Milliarden Jahren bestimmt?
    • Aus Bleiisotopen in Meteoriten und den ältesten Bleierzen
    • Aus dem ältesten Gestein der Erde
    • Durch Zählen von Sedimentschichten
  8. Welches letzte Ereignis im Gestein erfasst die radiometrische Datierung?
    • Ein Schmelzen oder eine so starke Veränderung, dass seine radioaktive Datierungsuhr zurückgesetzt wurde
    • Ein Kontakt mit Wasser
    • Eine Einwirkung von Sonnenlicht
  9. Mehr als 70 Meteoriten liefern Alter von 4.53 bis 4.58 Milliarden Jahren. Wie breit ist dieser Bereich in Millionen Jahren?
  10. Ordne vom ältesten zum jüngsten.
Das Wichtigste
  • Relative Datierung: Überlagerungsprinzip (älter unten) und Fossilabfolge.
  • Absolute Datierung: radioaktiver Zerfall; Halbwertszeiten von 700 Millionen bis über 100 Milliarden Jahren.
  • Alte Gesteine: Acasta-Gneise, 4.03 Ga; älteste Kristalle: Zirkone, etwa 4.4 Ga.
  • Die Erde ist 4.54 Milliarden Jahre alt, bestimmt aus Bleiisotopen in Meteoriten.
Quellen zu diesem Kurs (18)
  • USGS FAQs (usgs.gov/faqs): What is the difference between a rock and a mineral? (mineral definition; common minerals quartz, feldspar, mica, amphibole, olivine, calcite; rock = aggregate of one or more minerals)
  • What are igneous rocks? (Latin for fire; intrusive/plutonic slow cooling over thousands or millions of years, coarse grained, granite, diorite, gabbro, peridotite; extrusive/volcanic fine grained or glassy, vesicular, rhyolite, andesite, basalt, obsidian)
  • What are sedimentary rocks? (layering; siltstone, sandstone, conglomerate, limestone, shale; clay, silt, sand, pebbles larger than 2 mm; chert; limestone precipitated from water)
  • What are metamorphic rocks? (heat, pressure, hot mineral-rich fluids; not melted; denser; phyllite, schist, gneiss, quartzite, marble; foliation; contact metamorphism)
  • USGS Find-A-Feature: Fossil (fossils almost exclusively in sedimentary rocks)
  • USGS Fossils, Rocks, and Time (pubs.usgs.gov/gip/fossils: most rocks exposed at the surface are sedimentary; gravel to conglomerate, sand to sandstone, mud to mudstone or shale; Nicholas Steno mid-1600s; Law of Superposition; William Smith; Law of Fossil Succession)
  • USGS Geologic Time: Age of the Earth (pubs.usgs.gov/gip/geotime/age.html: radiometric dating, half-lives 700 million to more than 100 billion years, Acasta Gneisses 4.03 Ga, Isua 3.7 to 3.8 Ga, zircons 4.3 Ga and 4.4 Ga in Western Australia, Moon rocks 4.4 to 4.5 Ga, meteorites 4.53 to 4.58 Ga, Earth 4.54 Ga with uncertainty under 1%, rocks over 3.5 billion years on all continents)
  • USGS Mohs Hardness Scale image page and USGS Bulletin 1042-G Gem Stones of the United States (ten minerals, relative scale, diamond many times harder than corundum, much dust is silica, quartz 7)
  • NPS Mohs Hardness Scale (Theophrastus, On Stones, about 300 BC)
  • Physical Geology H5P Edition 5.6 Mineral Properties (opentextbc.ca, reference materials: natural fingernail 2 to 2.5, copper 3, steel nail 4, glass and knife 5 to 5.5, streak plate 6.5 to 7)
  • Physical Geology 2nd ed. 7.2 Classification of Metamorphic Rocks (Steven Earle, opentextbc.ca: slate, phyllite, schist, gneiss by grade; grade table 150 to 300, 300 to 450, 450 to 550, above 550 °C; marble, quartzite, hornfels; migmatite)
  • British Geological Survey, Discovering Geology: Rocks and minerals (rock cycle, Peterhead granite feldspar, quartz and biotite, limestone to marble, shale to slate, contact metamorphism, mineral definition)
  • Weathering (biological, chemical, physical, freeze-thaw)
  • Geological processes (erosion, deposition)
  • BGS Geology dataset page (schist and gneiss recrystallized in the solid state)
  • Geological Society of London, Compaction and Cementation (calcite, silica, iron oxides, clay minerals as cements)
  • OpenStax Chemistry 2e 1.2 (oxygen 49.20% and silicon 25.67% of the mass of Earth's crust and atmosphere)
  • USGS Water Density (ice about 9% less dense than water).

Abgerufen: 2026-10-17