Magnetfelder und Feldlinien
Das Erdmagnetfeld an der Oberfläche beträgt etwa 25 bis 65 Mikrotesla. Das Feld im Inneren einer MRT-Spule im Krankenhaus ist mehrere Zehntausendmal stärker.
Eine Karte der Kräfte
Ein Magnet zieht einen anderen Magneten an oder stößt ihn ab, ohne ihn zu berühren. Um diese Fernwirkung zu beschreiben, ordnet die Physik dem Raum um einen Magneten ein Magnetfeld zu, das B-Feld. An jedem Punkt hat es eine Richtung und eine Stärke. Die Richtung wird mit einem kleinen Kompass festgelegt: Das Feld zeigt dorthin, wohin das Nordende der Kompassnadel zeigt. Ein Kompass ist klein genug, um das gemessene Feld nicht zu stören.
Stellst du Kompasse rund um einen Stabmagneten auf und verbindest die angezeigten Richtungen, erhältst du Feldlinien. OpenStax fasst ihre Eigenschaften in vier Regeln zusammen. Erstens verläuft das Feld an jedem Punkt entlang der dortigen Feldlinie. Ein Kompass richtet sich entsprechend aus. Zweitens zeigt der Abstand der Linien die Feldstärke: Dicht beieinanderliegende Linien bedeuten ein starkes Feld. Drittens kreuzen sich Feldlinien nie, denn das Feld hat an jedem Punkt nur eine Richtung. Viertens bilden sie geschlossene Schleifen ohne Anfang und Ende: Außerhalb des Magneten verlaufen sie vom Nordpol zum Südpol, im Inneren vom Südpol zurück zum Nordpol.
Feldlinien sind eine zeichnerische Hilfe, keine Fäden im Raum. Ihr Muster lässt sich aber sichtbar machen: Streue Eisenfeilspäne auf ein Blatt Papier über einem Magneten. Jeder Span wird zum winzigen Magneten und richtet sich im Feld aus. So bilden die Späne Kurven, die den Feldlinien entsprechen.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.
Magnetische Flussdichte messen: das Tesla
Die SI-Einheit der magnetischen Flussdichte ist das Tesla (T). Ein Tesla ist ein starkes Feld: Auf einen 1 m langen Draht, durch den 1 A quer zu einem Feld von 1 T fließt, wirkt eine Kraft von 1 N. Daher gilt 1 T = 1 N/(A·m). Alltagsfelder sind viel schwächer. Deshalb begegnen dir oft Mikrotesla (μT, Millionstel Tesla) und Nanotesla (nT, Milliardstel). Eine ältere Einheit, das Gauß, ist in der Geologie und auf Magnetetiketten noch verbreitet: 1 Gauß = 10⁻⁴ T = 100 000 nT.
Einige Vergleichswerte helfen bei der Einordnung. Die National Centers for Environmental Information der NOAA geben für das Erdmagnetfeld an der Oberfläche ungefähr 25 000 bis 65 000 nT an. Das entspricht 25 bis 65 μT oder 0.25 bis 0.65 Gauß. OpenStax rundet oft auf 5.0 × 10⁻⁵ T, also 50 μT. In den Rechenbeispielen stehen 1.50 T für einen starken Labormagneten und 2.01 T für das Innere einer großen Spule, wie sie in MRT-Geräten verwendet wird. Das ist etwa 40 000-mal so stark wie das Erdmagnetfeld.
| Feld | Stärke |
|---|---|
| Erdoberfläche (NOAA-Bereich) | 25 bis 65 μT |
| Erde, gerundeter OpenStax-Wert | 50 μT = 5.0 × 10⁻⁵ T |
| Starker Labormagnet (OpenStax-Beispiel) | 1.50 T |
| Große Spule wie in einem MRT-Gerät (OpenStax-Beispiel) | 2.01 T |
Zwei Magnete: Die Felder addieren sich
Stehen zwei Magnete nahe beieinander, ist das Feld an jedem Punkt die Summe beider Felder, die als Pfeile addiert werden. Steht ein Nordpol einem Südpol gegenüber, verlaufen die Linien gerade durch den Zwischenraum von einem Magneten zum anderen. Dort ist das Feld stark und die Magnete ziehen sich an. Stehen sich zwei Nordpole gegenüber, werden die Linien beider Magnete seitlich abgelenkt. Sie weichen aus dem Zwischenraum aus. Genau in der Mitte zwischen den Polen liegt ein Punkt, an dem sich die beiden Felder aufheben. Ein Kompass hat dort keine bevorzugte Richtung mehr und wird nur vom schwachen Erdmagnetfeld ausgerichtet.
Diese Addition erklärt auch, warum ein Kompass auf einem Schreibtisch irreführen kann. Ein Tischgestell aus Stahl, ein Lautsprechermagnet oder Strom in nahen Leitungen erzeugt ein eigenes Feld. In der Nähe kann es stärker sein als das Erdmagnetfeld mit seinen 25 bis 65 μT. Die Nadel zeigt dann entlang des Gesamtfeldes, nicht nach Norden. Halte einen Kompass von Metallgegenständen und elektrischen Geräten fern, wenn du eine zuverlässige Anzeige möchtest.
| Richtung von B | Wohin das Nordende einer Kompassnadel zeigt |
| Dicht beieinanderliegende Feldlinien | Ein starkes Feld |
| Außerhalb eines Magneten verlaufen die Linien … | Von N nach S |
| Tesla (T) | 1 T = 1 N/(A·m) |
| 1 Gauß | 10⁻⁴ T = 100 000 nT |
- Ein Kompass zeigt die Feldrichtung: Sein Nordende zeigt entlang von B.
- Feldlinien verlaufen tangential zu B. Je dichter sie liegen, desto stärker ist das Feld. Sie kreuzen sich nie und bilden geschlossene Schleifen, außerhalb von N nach S.
- Die SI-Einheit ist das Tesla; 1 Gauß = 10⁻⁴ T.
- Das Erdmagnetfeld an der Oberfläche beträgt etwa 25 bis 65 μT.
- Außerhalb eines Stabmagneten verlaufen die Feldlinien:
- Von N nach S
- Von S nach N
- Geradlinig von beiden Polen weg
- In Kreisen um die Mitte
- Wo liegen die Feldlinien eines Stabmagneten am dichtesten?
- Nahe den Polen
- Weit vom Magneten entfernt
- In der Mitte einer Längsseite
- Sie haben überall denselben Abstand
- Warum können sich zwei Feldlinien nie kreuzen?
- Das Feld hat an jedem Punkt nur eine Richtung
- Die Linien stoßen einander ab
- Sie bestehen aus Eisen
- Sie existieren nur im Inneren von Magneten
- Wie viele Nanotesla entsprechen 1 Gauß?
- Das Erdmagnetfeld beträgt an einem Ort 50 000 nT. Wie viel ist das in Gauß?
- Drücke 50 μT in Tesla aus, in Einheiten von 10⁻⁵ T (5.0 bedeutet also 5.0 × 10⁻⁵ T).
- Wie vielmal stärker als 50 μT ist ein Feld von 2.01 T? (Auf eine ganze Zahl runden)
- In welche Richtung zeigt das Nordende der Kompassnadel?
- In Richtung des Magnetfeldes
- Immer zum geografischen Nordpol
- Zum nächsten Eisenstück
- In Richtung des elektrischen Feldes
- Warum richten sich Eisenfeilspäne über einem Magneten aus?
- Jeder Span wird zum winzigen Magneten und dreht sich in Feldrichtung
- Sie sind geladen
- Luftströmungen schieben sie
- Die Schwerkraft zieht sie zu den Polen
- Im Inneren eines Stabmagneten verlaufen die Feldlinien:
- Von S nach N
- Von N nach S
- Gar nicht; sie enden an den Polen
- In Kreisen
Quellen zu diesem Kurs (16)
- OpenStax College Physics 2e (openstax.org/books/college-physics-2e): 22.1 Magnets (all magnets have N and S poles, north-seeking and south-seeking, like poles repel and unlike attract, poles cannot be separated, the magnetic pole near the geographic North Pole is a south magnetic pole, sunspots come in N/S pairs)
- 22.2 Ferromagnets and electromagnets (iron, cobalt, nickel, gadolinium; neodymium alloys; domains grow to millimetre size; Curie temperature of iron 1043 K (770 °C); Oersted saw a compass needle deflected by a current; electromagnets in scrapyard cranes, particle accelerators and MRI; electric current is the source of all magnetism; no monopoles observed)
- 22.3 Magnetic fields and field lines (direction = where a compass north end points; four rules: tangent, density = strength, never cross, closed loops from N to S outside)
- 22.7 Magnetic force on a current-carrying conductor (F = I l B sin θ, 1 T = 1 N/(A·m), example 20.0 A, 5.00 cm, 1.50 T gives 1.50 N; motors)
- 22.9 Magnetic fields produced by currents (Oersted 1820, right hand rule 2, B = μ0 I ÷ (2π r), μ0 = 4π × 10⁻⁷ T·m/A, Earth's field about 5.0 × 10⁻⁵ T, 25 A at 5.0 cm gives twice that; loop centre B = N μ0 I ÷ 2R; solenoid B = μ0 n I, 2000 loops over 2.00 m with 1600 A gives 2.01 T, MRI; ferromagnetic cores)
- 23.1 Induced emf and magnetic flux (Faraday's iron-ring apparatus, emf only while the field changes, magnet pushed into a coil, faster motion gives more emf, generators, Φ = B A cos θ)
- NIST CODATA 2022 vacuum magnetic permeability μ0 = 1.25663706127(20) × 10⁻⁶ N/A² (physics.nist.gov/cgi-bin/cuu/Value?mu0)
- NOAA NCEI Geomagnetism Frequently Asked Questions (ncei.noaa.gov/products/geomagnetism-frequently-asked-questions): field like a dipole at Earth's centre, over 90% from the outer core, intensity roughly 25,000 to 65,000 nT (0.25 to 0.65 gauss)
- 1 gauss = 100,000 nT, declination = angle between magnetic north and true north (east positive)
- inclination, dip poles, dipole axis 9.41° from the rotation axis (WMM2020, 2020.0)
- north magnetic pole moving about 55 km per year north-northwest (2001 and 2007 surveys)
- last reversal about 750,000 to 780,000 years ago, reversals spaced 5 thousand to 50 million years, a reversal would take several thousand years, models renewed every five years, blackout zones where H < 2000 nT, compass balance weights differ by hemisphere, true bearing = magnetic bearing + declination
- NOAA NCEI news "World Magnetic Model 2025 Released" (17 December 2024)
- NOAA NCEI "December 2025 State of the Geomagnetic Field" (north dip pole 36 km/yr and south dip pole 9 km/yr since 1 January 2025)
- USGS, "Pre-gilbertian conceptions of terrestrial magnetism" (pubs.usgs.gov/publication/70009843): Gilbert's De Magnete (1600) first suggested that Earth behaves as a great magnet. Royal Institution, Michael Faraday's ring-coil apparatus (rigb.org): made August 1831, success on 29 August 1831, the first electric transformer
- APS News "This Month in Physics History" (Aug 2001): Faraday's electromagnetic rotation experiments of September 1821, the principle behind the electric motor.
Abgerufen: 2026-10-17