Parallele und gleichnamige Tonarten
C-Dur und a-Moll haben dieselben Tonartvorzeichen, nämlich weder Kreuze noch Bs; C-Dur und c-Moll haben denselben Grundton, unterscheiden sich aber um drei Bs.
Zwei Arten von Verwandten
Jede Durtonart hat zwei nahe Molltonarten. Die Paralleltonart (relative minor) teilt ihre Vorzeichenreihe: dieselben Töne mit einem anderen Zuhause. Die gleichnamige Molltonart (parallel minor) teilt ihre Tonika: dasselbe Zuhause mit anderen Tönen. Die Paralleltonart von C-Dur ist a-Moll, ohne Kreuze und Bs; die gleichnamige Molltonart ist c-Moll, mit drei Bs. Beide Beziehungen sind wichtig, beantworten aber verschiedene Fragen: welche Töne und welches Zuhause.
Um die Paralleltonart zu finden, zähle von der Dur-Tonika drei Halbtöne abwärts: C, B, B♭, A ergibt a-Moll. Du kannst auch mit Stufen arbeiten: Die Paralleltonart beginnt auf der 6. Stufe der Durtonleiter. In die andere Richtung liegt die parallele Durtonart drei Halbtöne über der Moll-Tonika, auf deren 3. Stufe. Im Quintenzirkel sitzt die Paralleltonart direkt innerhalb ihrer Durtonart, deshalb teilen die beiden ein Stück des Rings.
Schreibe das Ergebnis mit dem richtigen Buchstaben. Drei Halbtöne unter D♭ ist eine Tonart, die B♭ oder A♯ heißen könnte, aber nur b-Moll hat fünf Bs wie D♭-Dur; A♯-Moll bräuchte sieben Kreuze. Ein paralleles Paar benutzt immer dieselbe Art von Vorzeichen, und die Moll-Tonika liegt immer eine Terz, drei Buchstabennamen, unter der Dur-Tonika: D♭, C, B♭.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.
Gleichnamige Tonarten: gleiches Zuhause, neue Farbe
Gleichnamige Tonarten teilen eine Tonika, und ihre Vorzeichen unterscheiden sich immer um drei Schritte in Richtung Bs. C-Dur hat keine und c-Moll drei Bs; D-Dur hat zwei Kreuze und d-Moll ein B; A-Dur hat drei Kreuze und a-Moll keine. Diese drei Schritte sind die erniedrigte 3., 6. und 7. Stufe des natürlichen Moll. Der Wechsel von einer Durtonart in ihre gleichnamige Molltonart behält den Grundton bei und ändert die Farbe der Musik.
Dur oder Moll? Ein Stück lesen
Eine Vorzeichenreihe grenzt ein Stück auf zwei Tonarten ein, eine Durtonart und ihre Paralleltonart. Um zu entscheiden, schaust du auf den ersten und den letzten Ton, besonders im Bass, denn Stücke beginnen und enden meist auf der Tonika. Dann suchst du ein Versetzungszeichen, das immer wieder einen Halbton unter einem der beiden Kandidaten auftaucht. Bei einem Stück ohne Kreuze und Bs in der Vorzeichenreihe deuten häufige G♯ auf a-Moll statt C-Dur. Open Music Theory zeigt ein Lied von Louise Reichardt (1779 bis 1826) mit vier Bs: Singstimme und tiefster Klavierton beginnen beide auf F, das Lied steht also in f-Moll und nicht in A♭-Dur.
| C-Dur | a-Moll (keine Kreuze oder Bs) |
| G-Dur | e-Moll (1 Kreuz) |
| D-Dur | h-Moll (2 Kreuze) |
| A-Dur | f♯-Moll (3 Kreuze) |
| F-Dur | d-Moll (1 B) |
| B♭-Dur | g-Moll (2 Bs) |
| E♭-Dur | c-Moll (3 Bs) |
- Was ist die Paralleltonart von G-Dur?
- e-Moll
- g-Moll
- d-Moll
- h-Moll
- Was ist die gleichnamige Molltonart von D-Dur?
- d-Moll
- h-Moll
- f♯-Moll
- a-Moll
- Was ist die parallele Durtonart von d-Moll?
- F-Dur
- D-Dur
- B♭-Dur
- A-Dur
- Auf welcher Stufe der Durtonleiter beginnt die Paralleltonart?
- 6.
- 3.
- 5.
- 4.
- Wie viele Halbtöne liegt die Tonika der Paralleltonart unter der Dur-Tonika?
- Was ist die Paralleltonart von D♭-Dur?
- b-Moll
- A♯-Moll
- D♭-Moll
- f-Moll
- Wie viele Bs hat c-Moll?
- A-Dur hat drei Kreuze. Wie viele Kreuze oder Bs hat a-Moll?
- Keine
- Drei Bs
- Drei Kreuze
- Ein Kreuz
- Ein Stück hat ein Kreuz, beginnt und endet auf E und benutzt oft D♯. Seine Tonart ist wahrscheinlich …
- e-Moll
- G-Dur
- E-Dur
- D-Dur
- Welches Paar sind Paralleltonarten?
- B♭-Dur und g-Moll
- B♭-Dur und b-Moll
- G-Dur und g-Moll
- B♭-Dur und d-Moll
- In welcher Ordnung hat Bach Band 1 des Wohltemperierten Klaviers angelegt?
- Dur, dann gleichnamiges Moll, in Halbtonschritten aufsteigend
- Rund um den Quintenzirkel
- Erst alle Dur-, dann alle Molltonarten
- Nach Schwierigkeit
- Auf welche zwei Tonarten grenzt eine Vorzeichenreihe ein Stück ein?
- Eine Durtonart und ihre Paralleltonart
- Eine Durtonart und ihre gleichnamige Molltonart
- Zwei Durtonarten im Quintabstand
- Zwei Molltonarten im Quintabstand
- Paralleltonarten teilen die Vorzeichenreihe; die Moll-Tonika liegt 3 Halbtöne darunter.
- Gleichnamige Tonarten teilen die Tonika; ihre Vorzeichen unterscheiden sich um drei Schritte in Richtung Bs.
- Schreibe Paralleltonarten mit derselben Art von Vorzeichen (D♭-Dur / b-Moll).
- Zum Bestimmen der Tonart prüfst du den ersten und letzten Ton und eine immer wiederkehrende erhöhte 7. Stufe.
Quellen zu diesem Kurs (5)
- Open Music Theory 2e (Viva Pressbooks; ideas only, no sentences copied): "Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (W-W-H-W-W-W-H, scale named for first note incl. accidental, scale-degree numbers with carets, do re mi fa sol la ti, tonic/supertonic/mediant/subdominant/dominant/submediant/leading tone and how the names were derived, clef-key-time order, order of sharps F C G D A E B and flats B E A D G C F, last sharp a half step below the tonic, second-to-last flat is the tonic, C and F memorised, C♭ seven flats and C♯ seven sharps, circle of fifths with enharmonic keys at 5, 6 and 7 o'clock; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/major-scales/) and "Minor Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (natural W-H-W-W-H-W-W, harmonic W-H-W-W-H-3H-H, melodic up W-H-W-W-W-W-H and down = natural, lowered 3 6 7 / 3 6 / 3, me le te, subtonic, parallel and relative, relative minor three half steps below, D♭ major and B♭ minor not A♯ minor, three flavours of the same key, first and last notes and the Louise Reichardt song in F minor; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/minor-scales/)
- musictheory.net lessons 21-24 used as a cross-check only. Wikipedia "Circle of fifths" (Diletskii Grammatika 1677, Heinichen Musicalischer Circul 1711 and 1728, relative minor placed beside its major; en.wikipedia.org/wiki/Circle_of_fifths) and C. R. Jensen, "A Theoretical Work of Late Seventeenth-Century Muscovy: Nikolai Diletskii's Grammatika and the Earliest Circle of Fifths", JAMS 45/2 (1992)
- abstract (surviving variants Smolensk 1677, Moscow 1679 and 1681; doi.org/10.2307/831450)
- Wikipedia "The Well-Tempered Clavier" (Book 1 autograph dated 1722, 24 keys, C major then C minor then up by half steps; en.wikipedia.org/wiki/The_Well-Tempered_Clavier)
- Wikipedia "Solfège" and "Guido of Arezzo" (ut re mi fa sol la from Ut queant laxis, 11th century, ut became do in 17th-century Italy, si added later, ti from Sarah Glover in the 19th century, fixed do in Romance-language countries; en.wikipedia.org/wiki/Solf%C3%A8ge).
Abgerufen: 2026-10-17