Tonleitern und Tonarten
Baue jede Durtonleiter aus einem einzigen Muster von Ganz- und Halbtonschritten, benenne jede Stufe, erkenne die Tonartvorzeichen auf einen Blick, finde dich im Quintenzirkel zurecht und unterscheide eine Molltonart von ihrer parallelen Durtonart.
Über diesen Kurs
Ein Stück in E-Dur verwendet in fast jedem Takt F♯, G♯, C♯ und D♯. Stünde neben jedem dieser Töne ein Kreuz, wäre die Seite schnell unübersichtlich. Deshalb sammeln Komponisten sie als Tonartvorzeichen am Anfang jeder Zeile. Dieser Kurs zeigt, woher diese Vorzeichen kommen. Jede Durtonleiter folgt demselben Muster aus Ganz- und Halbtonschritten. Beginnt dieses Muster auf G, muss F zu F♯ erhöht werden, damit der sechste Schritt ein Ganzton bleibt.
Die sechs Einheiten behandeln die Durtonleiter, Stufen der Tonleiter, Tonartvorzeichen, den Quintenzirkel, Molltonleitern sowie parallele und gleichnamige Tonarten. Drei Tonarten bilden die Extreme: C-Dur hat keine Vorzeichen, C♯-Dur alle sieben Kreuze und C♭-Dur alle sieben Bs. Insgesamt gibt es damit 15 Vorzeichnungen für Durtonarten. Jedes neue Kreuz ist der Leitton der neuen Tonart, jedes neue B deren vierte Stufe. Eine reine Quinte umfasst sieben Halbtöne. Zwölf Quinten ergeben deshalb 12 × 7 = 84 Halbtöne, genau sieben Oktaven. Auf dem Klavier schließt sich der Kreis.
Es folgen Molltonleitern. Gegenüber der Durtonleiter mit demselben Grundton erniedrigt natürliches Moll die 3., 6. und 7. Stufe: C-Dur ist C D E F G A B, natürliches C-Moll C D E♭ F G A♭ B♭. Bei der relativen Solmisation erhalten die erniedrigten Töne eigene Silben: me, le und te. In der letzten Einheit wechselst du an einem 3D-Kreis von einer Durtonart auf dem äußeren Ring zu ihrer parallelen Molltonart auf dem inneren. Die Vorzeichen bleiben gleich, nur Grundton und Tonleiter ändern sich.
Bevor du anfängst
Ganztonschritte, Halbtonschritte und Notenbuchstaben kommen in diesen Lektionen immer wieder vor. Sie zu kennen hilft dir zu prüfen, warum eine Tonleiter ein Kreuz oder ein B-Zeichen braucht. Intervalle behandelt diese Abstände; hier baust du damit Tonleitern, liest Vorzeichnungen und vergleichst Tonarten.
Wenn du fertig bist
Du kannst eine Durtonleiter aus Ganz- und Halbtonschritten aufbauen, ihre Stufen benennen und die Kreuze oder B-Zeichen einer Vorzeichnung lesen. Du kannst den Quintenzirkel verfolgen, Molltonleiterformen vergleichen und parallele Tonarten mit gleicher Vorzeichnung von gleichnamigen Tonarten mit gleichem Grundton unterscheiden.
- 1Die DurtonleiterJede Durtonleiter folgt denselben Schritten, GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT (GT = Ganzton, HT = Halbton). Eine Tonleiter, die auf G beginnt, muss deshalb eine schwarze Taste benutzen: F♯.
- 2Stufen der TonleiterDer siebte Ton einer Durtonleiter liegt einen Halbton unter der Tonika und heißt deshalb Leitton: Das Ohr erwartet, dass er nach oben geht.
- 3TonartvorzeichenBis zu sieben Kreuze können am Anfang eines Notensystems stehen, und sie erscheinen immer in derselben Reihenfolge: F, C, G, D, A, E, B.
- 4Der QuintenzirkelGehst du von C aus zwölfmal eine reine Quinte aufwärts, landest du wieder auf C, sieben Oktaven höher, nachdem du unterwegs jede Durtonart durchquert hast.
- 5Molltonleiterna-Moll benutzt dieselben sieben weißen Tasten wie C-Dur, aber der Start auf A macht den zweiten Schritt zum Halbton und erniedrigt die Terz.
- 6Parallele und gleichnamige TonartenC-Dur und a-Moll haben dieselben Tonartvorzeichen, nämlich weder Kreuze noch Bs; C-Dur und c-Moll haben denselben Grundton, unterscheiden sich aber um drei Bs.
Quellen zu diesem Kurs (5)
- Open Music Theory 2e (Viva Pressbooks; ideas only, no sentences copied): "Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (W-W-H-W-W-W-H, scale named for first note incl. accidental, scale-degree numbers with carets, do re mi fa sol la ti, tonic/supertonic/mediant/subdominant/dominant/submediant/leading tone and how the names were derived, clef-key-time order, order of sharps F C G D A E B and flats B E A D G C F, last sharp a half step below the tonic, second-to-last flat is the tonic, C and F memorised, C♭ seven flats and C♯ seven sharps, circle of fifths with enharmonic keys at 5, 6 and 7 o'clock; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/major-scales/) and "Minor Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (natural W-H-W-W-H-W-W, harmonic W-H-W-W-H-3H-H, melodic up W-H-W-W-W-W-H and down = natural, lowered 3 6 7 / 3 6 / 3, me le te, subtonic, parallel and relative, relative minor three half steps below, D♭ major and B♭ minor not A♯ minor, three flavours of the same key, first and last notes and the Louise Reichardt song in F minor; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/minor-scales/)
- musictheory.net lessons 21-24 used as a cross-check only. Wikipedia "Circle of fifths" (Diletskii Grammatika 1677, Heinichen Musicalischer Circul 1711 and 1728, relative minor placed beside its major; en.wikipedia.org/wiki/Circle_of_fifths) and C. R. Jensen, "A Theoretical Work of Late Seventeenth-Century Muscovy: Nikolai Diletskii's Grammatika and the Earliest Circle of Fifths", JAMS 45/2 (1992)
- abstract (surviving variants Smolensk 1677, Moscow 1679 and 1681; doi.org/10.2307/831450)
- Wikipedia "The Well-Tempered Clavier" (Book 1 autograph dated 1722, 24 keys, C major then C minor then up by half steps; en.wikipedia.org/wiki/The_Well-Tempered_Clavier)
- Wikipedia "Solfège" and "Guido of Arezzo" (ut re mi fa sol la from Ut queant laxis, 11th century, ut became do in 17th-century Italy, si added later, ti from Sarah Glover in the 19th century, fixed do in Romance-language countries; en.wikipedia.org/wiki/Solf%C3%A8ge).
Abgerufen: 2026-10-17