Tonartvorzeichen
Bis zu sieben Kreuze können am Anfang eines Notensystems stehen, und sie erscheinen immer in derselben Reihenfolge: F, C, G, D, A, E, B.
Warum man die Vorzeichen nur einmal schreibt
Ein Stück in E-Dur benutzt F♯, G♯, C♯ und D♯ in fast jedem Takt. Neben jeden dieser Töne ein Kreuz zu schreiben, würde die Seite überladen, deshalb fassen Komponisten sie am Anfang jeder Zeile zu einer Vorzeichenreihe zusammen. Sie steht direkt nach dem Schlüssel und vor der Taktart; das merkst du dir leicht, weil die Reihenfolge alphabetisch ist: Schlüssel (clef), Tonart (key), Takt (time). Ein Kreuz auf der obersten Linie des Violinschlüssels bedeutet, dass jedes F als F♯ gespielt wird, in jeder Oktave, bis sich die Vorzeichen ändern.
Eine Vorzeichenreihe nennt die Vorzeichen der Durtonleiter auf der Tonika dieser Tonart, und sonst nichts. Kreuze und Bs mischt sie nie, denn keine Durtonleiter braucht beides. Sie funktioniert in beide Richtungen: Aus den Vorzeichen kannst du die Tonart benennen, und aus der Tonart kannst du die Vorzeichen schreiben. Der Rest dieser Einheit gibt dir Abkürzungen für beides.
Die Reihenfolge der Kreuze und Bs
Kreuze erscheinen immer in der Reihenfolge F, C, G, D, A, E, B. Eine Tonart mit drei Kreuzen hat F♯, C♯ und G♯, nie drei andere. Im Englischen merkt man sich das mit dem Satz „Fat Cats Go Down Alleys Eating Birds“. Bs kommen in umgekehrter Reihenfolge, B, E, A, D, G, C, F, die beiden Listen spiegeln einander also. Im Violinschlüssel zickzacken die Kreuze nach unten und oben, die Bs nach oben und unten, so erkennst du eine Vorzeichenreihe oft an ihrer Form, bevor du jedes Zeichen liest.
Kreuze: F C G D A E B. Bs: B E A D G C F.
Zwei schnelle Tricks
Bei Kreuztonarten liegt das letzte Kreuz einen Halbton unter der Tonika. Zwei Kreuze enden auf C♯, und einen Halbton über C♯ liegt D, die Tonart ist also D-Dur. Vier Kreuze enden auf D♯, die Tonart ist E-Dur. Bei Tonarten mit Bs nennt das vorletzte B die Tonika: Drei Bs sind B♭, E♭, A♭, das vorletzte ist E♭, die Tonart ist also E♭-Dur. Zwei Tonarten passen nicht zu den Tricks und werden einfach gemerkt: C-Dur hat keine Kreuze oder Bs, und F-Dur hat ein B, B♭.
Die Tricks funktionieren auch rückwärts. Für A-Dur suchst du den Ton einen Halbton unter A: G♯. Schreibe die Kreuze der Reihe nach bis G♯: F♯, C♯, G♯, also drei Kreuze. Für A♭-Dur schreibst du die Bs der Reihe nach und gehst nach A♭ noch eines weiter: B♭, E♭, A♭, D♭, also vier Bs. Ein weiteres Muster hilft: Steht ein ♭ im Tonartnamen, hat die Tonart Bs; steht ein ♯ darin, hat sie Kreuze. Durtonarten ohne Vorzeichen im Namen haben außer C und F ebenfalls Kreuze: G, D, A, E und B.
Drei Tonarten liegen an den Extremen. C-Dur hat nichts, C♯-Dur hat alle sieben Kreuze, und C♭-Dur hat alle sieben Bs. Mit keinem Vorzeichen, ein bis sieben Kreuzen und ein bis sieben Bs ergibt das insgesamt 15 Dur-Vorzeichenreihen. Der 3D-Kreis unten zeigt jede davon auf einem Notensystem, sobald du eine Tonart wählst; probiere D-Dur, dann A-Dur und sieh zu, wie jedes Mal ein Kreuz dazukommt.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.
- Was steht am Anfang eines Notensystems direkt nach dem Schlüssel?
- Die Tonartvorzeichen
- Die Taktart
- Die erste Note
- Die Tempoangabe
- Tippe die Reihenfolge der Kreuze als sieben Buchstaben (zum Beispiel A B C …).
- Die Reihenfolge der Bs ist …
- B E A D G C F
- F C G D A E B
- B A E D G F C
- E B A D C G F
- Welche Tonart hat diese Vorzeichenreihe?
- D-Dur
- B♭-Dur
- G-Dur
- A-Dur
- Welche Tonart hat diese Vorzeichenreihe?
- A♭-Dur
- D♭-Dur
- E♭-Dur
- F-Dur
- Wie viele Kreuze hat A-Dur?
- Wie viele Bs hat E♭-Dur?
- Welche Tonart hat ein B?
- F-Dur
- B♭-Dur
- G-Dur
- C-Dur
- Wie viele Dur-Vorzeichenreihen gibt es insgesamt?
- Bei drei Kreuzen, welche Töne sind erhöht?
- F, C, G
- F, G, A
- C, D, E
- B, E, A
- Welche Vorzeichenreihe hat alle sieben Bs?
- C♭-Dur
- G♭-Dur
- F-Dur
- C♯-Dur
- Wirkt ein Kreuz in der Vorzeichenreihe auf der obersten Linie (F) auch auf ein F in einer tieferen Oktave?
- Ja, jedes F in jeder Oktave
- Nein, nur diese Linie
- Nur im ersten Takt
- Nur wenn es nochmal geschrieben wird
- Schlüssel, Vorzeichen, Taktart.
- Kreuze F C G D A E B; Bs B E A D G C F.
- Letztes Kreuz + Halbton = Tonika; vorletztes B = Tonika.
- C hat keine, F hat B♭; insgesamt 15 Dur-Vorzeichenreihen.
Quellen zu diesem Kurs (5)
- Open Music Theory 2e (Viva Pressbooks; ideas only, no sentences copied): "Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (W-W-H-W-W-W-H, scale named for first note incl. accidental, scale-degree numbers with carets, do re mi fa sol la ti, tonic/supertonic/mediant/subdominant/dominant/submediant/leading tone and how the names were derived, clef-key-time order, order of sharps F C G D A E B and flats B E A D G C F, last sharp a half step below the tonic, second-to-last flat is the tonic, C and F memorised, C♭ seven flats and C♯ seven sharps, circle of fifths with enharmonic keys at 5, 6 and 7 o'clock; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/major-scales/) and "Minor Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (natural W-H-W-W-H-W-W, harmonic W-H-W-W-H-3H-H, melodic up W-H-W-W-W-W-H and down = natural, lowered 3 6 7 / 3 6 / 3, me le te, subtonic, parallel and relative, relative minor three half steps below, D♭ major and B♭ minor not A♯ minor, three flavours of the same key, first and last notes and the Louise Reichardt song in F minor; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/minor-scales/)
- musictheory.net lessons 21-24 used as a cross-check only. Wikipedia "Circle of fifths" (Diletskii Grammatika 1677, Heinichen Musicalischer Circul 1711 and 1728, relative minor placed beside its major; en.wikipedia.org/wiki/Circle_of_fifths) and C. R. Jensen, "A Theoretical Work of Late Seventeenth-Century Muscovy: Nikolai Diletskii's Grammatika and the Earliest Circle of Fifths", JAMS 45/2 (1992)
- abstract (surviving variants Smolensk 1677, Moscow 1679 and 1681; doi.org/10.2307/831450)
- Wikipedia "The Well-Tempered Clavier" (Book 1 autograph dated 1722, 24 keys, C major then C minor then up by half steps; en.wikipedia.org/wiki/The_Well-Tempered_Clavier)
- Wikipedia "Solfège" and "Guido of Arezzo" (ut re mi fa sol la from Ut queant laxis, 11th century, ut became do in 17th-century Italy, si added later, ti from Sarah Glover in the 19th century, fixed do in Romance-language countries; en.wikipedia.org/wiki/Solf%C3%A8ge).
Abgerufen: 2026-10-17