Stufen der Tonleiter
Der siebte Ton einer Durtonleiter liegt einen Halbton unter der Tonika und heißt deshalb Leitton: Das Ohr erwartet, dass er nach oben geht.
Zahlen, Silben und Namen
Es gibt drei Arten, über die Töne einer Tonleiter zu sprechen, und alle drei funktionieren in jeder Tonart. Die erste ist eine Zahl: Die Tonika ist 1, der nächste Ton 2, und so weiter bis 7. Lehrbücher setzen ein kleines Dach über die Zahl (1̂, 2̂, 3̂), um zu zeigen, dass eine Stufe gemeint ist und nicht eine Anzahl Schläge. Die zweite ist eine Singsilbe aus der Solmisation: do, re, mi, fa, sol, la, ti. Die dritte ist ein Name, der beschreibt, welche Aufgabe der Ton in der Tonart hat.
Zahlen und Silben wandern mit der Tonart. In C-Dur sind 1 und do gleich C; in G-Dur sind 1 und do gleich G. Dieses System heißt bewegliches do, und viele Chöre und Gehörbildungskurse nutzen es, weil eine Melodie in jeder Tonart als dasselbe Silbenmuster klingt. Im anderen System, dem festen do, das in romanischsprachigen Ländern wie Italien und Frankreich verbreitet ist, bedeutet do immer C, egal in welcher Tonart. Dieser Kurs benutzt das bewegliche do, wenn es um Stufen geht.
Namen, die eine Aufgabe beschreiben
Die Namen der Stufen kommen daher, wo der Ton im Verhältnis zur Tonika sitzt. Die Tonika (1) ist das Zuhause, der Ton, auf dem ein Stück meist endet. Die Dominante (5), eine Quinte darüber, ist der zweitwichtigste Ton; das Wort stammt aus der mittelalterlichen Musiktheorie. Die Mediante (3) bedeutet „Mittlerin“, weil sie auf halbem Weg zwischen Tonika und Dominante liegt. Die Supertonika (2) ist der Ton gleich über der Tonika, denn „super“ heißt „über“.
Die Namen mit Sub- spiegeln diese unterhalb der Tonika. Die Subdominante (4) liegt eine Quinte unter der Tonika, so wie die Dominante eine Quinte darüber liegt. Die Submediante (6) liegt eine Terz unter der Tonika, auf halbem Weg zur Subdominante, und spiegelt die Mediante. Der letzte Ton, 7, ist der Leitton, einen Halbton unter der Tonika. Sein Name sagt, was er tut: Er führt hinauf zur Tonika.
Warum der Leitton zieht
Spiele C-Dur bis zum B und halte an. Die meisten Hörenden empfinden die Melodie als in der Luft hängend und wollen das C hören. Der Halbton von 7 nach 1 ist der kleinste Schritt der Tonleiter und endet auf dem stabilsten Ton, deshalb ist der Sog stark. Viele Melodien enden aus diesem Grund mit ti bis do oder re bis do. In natürlichem Moll liegt der siebte Ton einen Ganzton unter der Tonika und zieht weniger; er hat einen eigenen Namen, die Subtonika, auf die die Einheit zu den Molltonleitern zurückkommt.
Mit Stufen lässt sich eine Melodie auch leicht in eine andere Tonart verschieben. „Twinkle, Twinkle, Little Star“ beginnt 1-1-5-5-6-6-5. In C-Dur ist das C, C, G, G, A, A, G; in F-Dur wird daraus F, F, C, C, D, D, C. Die Zahlen bleiben, nur die Tonart ändert sich, und genau das tut ein Sänger, wenn ein Lied zu hoch ist und der Pianist es tiefer spielt.
| 1̂ (do) | Tonika |
| 2̂ (re) | Supertonika |
| 3̂ (mi) | Mediante |
| 4̂ (fa) | Subdominante |
| 5̂ (sol) | Dominante |
| 6̂ (la) | Submediante |
| 7̂ (ti) | Leitton |
- Wie heißt die Stufe 5?
- Dominante
- Subdominante
- Mediante
- Leitton
- Wie heißt die Stufe 4?
- Subdominante
- Supertonika
- Dominante
- Submediante
- Wie weit liegt der Leitton in einer Durtonart unter der Tonika?
- Einen Halbton
- Einen Ganzton
- Eine Terz
- Eine Quinte
- Was ist die Dominante von D-Dur?
- A
- G
- F♯
- C♯
- Was ist die Subdominante von G-Dur?
- C
- D
- F♯
- E
- Was ist der Leitton von F-Dur?
- E
- E♭
- G
- B♭
- Welche Silbe ist beim beweglichen do die Tonika von A-Dur?
- do
- la
- sol
- mi
- „Mediante“ stammt von einem Wort, das bedeutet …
- Mitte
- Oben
- Unten
- Führend
- „Twinkle, Twinkle“ beginnt 1-1-5. Tippe den dritten Ton in G-Dur.
- Welche Silbe hat „do“ ersetzt?
- ut
- si
- ti
- re
- Welche Stufe heißt Submediante?
- 6
- 3
- 2
- 4
- 1 Tonika, 2 Supertonika, 3 Mediante, 4 Subdominante, 5 Dominante, 6 Submediante, 7 Leitton.
- Bewegliches do: do ist immer die Tonika.
- Die Namen mit Sub- spiegeln die Namen oberhalb der Tonika.
- Der Leitton liegt einen Halbton unter der Tonika und zieht nach oben.
Quellen zu diesem Kurs (5)
- Open Music Theory 2e (Viva Pressbooks; ideas only, no sentences copied): "Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (W-W-H-W-W-W-H, scale named for first note incl. accidental, scale-degree numbers with carets, do re mi fa sol la ti, tonic/supertonic/mediant/subdominant/dominant/submediant/leading tone and how the names were derived, clef-key-time order, order of sharps F C G D A E B and flats B E A D G C F, last sharp a half step below the tonic, second-to-last flat is the tonic, C and F memorised, C♭ seven flats and C♯ seven sharps, circle of fifths with enharmonic keys at 5, 6 and 7 o'clock; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/major-scales/) and "Minor Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (natural W-H-W-W-H-W-W, harmonic W-H-W-W-H-3H-H, melodic up W-H-W-W-W-W-H and down = natural, lowered 3 6 7 / 3 6 / 3, me le te, subtonic, parallel and relative, relative minor three half steps below, D♭ major and B♭ minor not A♯ minor, three flavours of the same key, first and last notes and the Louise Reichardt song in F minor; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/minor-scales/)
- musictheory.net lessons 21-24 used as a cross-check only. Wikipedia "Circle of fifths" (Diletskii Grammatika 1677, Heinichen Musicalischer Circul 1711 and 1728, relative minor placed beside its major; en.wikipedia.org/wiki/Circle_of_fifths) and C. R. Jensen, "A Theoretical Work of Late Seventeenth-Century Muscovy: Nikolai Diletskii's Grammatika and the Earliest Circle of Fifths", JAMS 45/2 (1992)
- abstract (surviving variants Smolensk 1677, Moscow 1679 and 1681; doi.org/10.2307/831450)
- Wikipedia "The Well-Tempered Clavier" (Book 1 autograph dated 1722, 24 keys, C major then C minor then up by half steps; en.wikipedia.org/wiki/The_Well-Tempered_Clavier)
- Wikipedia "Solfège" and "Guido of Arezzo" (ut re mi fa sol la from Ut queant laxis, 11th century, ut became do in 17th-century Italy, si added later, ti from Sarah Glover in the 19th century, fixed do in Romance-language countries; en.wikipedia.org/wiki/Solf%C3%A8ge).
Abgerufen: 2026-10-17