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Die Durtonleiter

Jede Durtonleiter folgt denselben Schritten, GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT (GT = Ganzton, HT = Halbton). Eine Tonleiter, die auf G beginnt, muss deshalb eine schwarze Taste benutzen: F♯.

Eine Leiter aus Ganz- und Halbtönen

Singe do, re, mi, fa, sol, la, ti, do, und du hast eine Durtonleiter gesungen. Eine Tonleiter ist eine geordnete Reihe von Tönen, und die Durtonleiter ist die, aus der die meisten westlichen Lieder gebaut sind, vom Kinderlied bis zur Sinfonie. Dur macht der Abstand zwischen den Tönen aus, nicht der Ton, mit dem sie beginnt. Aufwärts sind die Schritte ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb, meist geschrieben als GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT. Das ergibt acht Töne und sieben Schritte; der erste und der letzte Ton tragen denselben Buchstaben, eine Oktave auseinander.

Eine Tonleiter heißt nach ihrem ersten Ton, Vorzeichen eingeschlossen. Eine Tonleiter, die auf B♭ beginnt und endet, ist B♭-Dur, und B-Dur (die Tonart auf dem Ton B, die im Deutschen H-Dur heißt) besteht aus anderen Tönen. Spiele C bis C auf den weißen Tasten, dann ergibt sich das Muster von selbst: Die beiden Halbtonschritte liegen bei E bis F und B bis C, den einzigen Paaren weißer Tasten ohne schwarze Taste dazwischen. Darum ist C-Dur die einzige Durtonleiter ganz ohne Kreuze und Bs.

CDEFGABCWWHWWWH
C-Dur auf der Klaviatur. Die Halbtonschritte (HT) liegen genau dort, wo zwischen zwei weißen Tasten keine schwarze liegt.

G-Dur Schritt für Schritt aufbauen

Beginnst du dasselbe Muster auf G, muss sich etwas ändern. G bis A ist ein Ganzton, A bis B ein Ganzton, B bis C ein Halbton, C bis D ein Ganzton, D bis E ein Ganzton. Der sechste Schritt muss wieder ein Ganzton sein, aber E bis F ist auf der Klaviatur nur ein Halbton. Damit das Muster stimmt, wird F zu F♯ erhöht. Der letzte Schritt, F♯ bis G, ergibt dann einen Halbton, genau wie das Muster es verlangt. G-Dur ist also G, A, B, C, D, E, F♯, G, mit einem Kreuz.

Warum heißt dieser Ton F♯ und nicht G♭? Auf dem Klavier ist es dieselbe Taste, aber eine Tonleiter benutzt jeden Buchstaben einmal, der Reihe nach. G-Dur hat schon ein G, also muss der siebte Ton den Buchstaben F tragen. Die Regel wirkt pedantisch, bis du Noten liest: Mit einem Buchstaben pro Stufe steht jeder Ton der Tonleiter auf einer eigenen Linie oder in einem eigenen Zwischenraum, und die Tonleiter steigt gleichmäßig durch das Notensystem.

In die andere Richtung: F-Dur

Beginnst du auf F, zeigt sich das Problem früher. F bis G und G bis A sind Ganztöne, aber der dritte Schritt muss ein Halbton sein, und A bis B ist ein Ganzton. Erniedrigst du B zu B♭, passt es: A bis B♭ ist ein Halbton, B♭ bis C ein Ganzton. F-Dur ist F, G, A, B♭, C, D, E, F, mit einem B. Manche Anfangstöne brauchen Kreuze, manche Bs, manche gleich mehrere. Jede Durtonleiter hat ihre feste Auswahl, und eine spätere Einheit legt sie alle auf einen Kreis.

Das Muster teilt sich außerdem in zwei gleiche Hälften. C-D-E-F (GT-GT-HT) und G-A-B-C (GT-GT-HT) haben dieselbe Form, verbunden durch einen Ganzton von F nach G. Die obere Hälfte von C-Dur ist die untere Hälfte von G-Dur, ein Grund dafür, dass die beiden Tonarten so eng verwandt klingen.

So prüfst du eine selbst geschriebene Tonleiter: Zähle auf der Klaviatur die Halbtöne zwischen benachbarten Tönen und vergleiche sie mit 2-2-1-2-2-2-1. Diese Zahlen ergeben zusammen 12, eine Oktave. Kommt bei einem Schritt 3 oder 0 heraus, stimmt ein Buchstabe nicht oder ein Vorzeichen fehlt. Probiere es auf der Klaviatur unten aus: Folge G-Dur von G bis G und höre oben auf den Halbton von F♯ nach G.

  1. Welches Muster gehört zur Durtonleiter?
    • GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT
    • GT-HT-GT-GT-HT-GT-GT
    • GT-GT-GT-HT-GT-GT-HT
    • HT-GT-GT-GT-HT-GT-GT
  2. Addiere die Halbtöne aller sieben Schritte einer Durtonleiter (2+2+1+2+2+2+1).
  3. Welches Vorzeichen braucht G-Dur?
    • F♯
    • B♭
    • C♯
    • E♭
  4. Welches Vorzeichen braucht F-Dur?
    • B♭
    • F♯
    • E♭
    • C♯
  5. Tippe den siebten Ton von G-Dur (# für Kreuz).
  6. Wo liegen in C-Dur die beiden Halbtonschritte?
    • E-F und B-C
    • C-D und G-A
    • D-E und A-B
    • F-G und B-C
  7. Warum schreibt man den siebten Ton von G-Dur F♯ und nicht G♭?
    • Eine Tonleiter benutzt jeden Buchstaben einmal
    • In Durtonarten werden nie Bs benutzt
    • G♭ ist höher als F♯
    • F♯ ist leichter zu spielen
  8. Was ist der dritte Ton von D-Dur?
    • F♯
    • F
    • E
    • G
  9. Eine Tonleiter, die auf B♭ beginnt und endet und GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT folgt, heißt …
    • B♭-Dur
    • B-Dur
    • F-Dur
    • b-Moll
  10. Wie viele Halbtöne liegen in jeder Durtonleiter zwischen dem 3. und 4. Ton?
  11. Wie viele verschiedene Buchstaben benutzt eine Durtonleiter?
Das Wichtigste
  • Durtonleiter: GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT, Halbtöne 2-2-1-2-2-2-1.
  • Benannt nach dem ersten Ton, Vorzeichen eingeschlossen.
  • Ein Buchstabe pro Stufe: G-Dur hat F♯, nicht G♭.
  • C-Dur hat keine Kreuze oder Bs; G-Dur hat F♯; F-Dur hat B♭.
Quellen zu diesem Kurs (5)
  • Open Music Theory 2e (Viva Pressbooks; ideas only, no sentences copied): "Major Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (W-W-H-W-W-W-H, scale named for first note incl. accidental, scale-degree numbers with carets, do re mi fa sol la ti, tonic/supertonic/mediant/subdominant/dominant/submediant/leading tone and how the names were derived, clef-key-time order, order of sharps F C G D A E B and flats B E A D G C F, last sharp a half step below the tonic, second-to-last flat is the tonic, C and F memorised, C♭ seven flats and C♯ seven sharps, circle of fifths with enharmonic keys at 5, 6 and 7 o'clock; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/major-scales/) and "Minor Scales, Scale Degrees, and Key Signatures" (natural W-H-W-W-H-W-W, harmonic W-H-W-W-H-3H-H, melodic up W-H-W-W-W-W-H and down = natural, lowered 3 6 7 / 3 6 / 3, me le te, subtonic, parallel and relative, relative minor three half steps below, D♭ major and B♭ minor not A♯ minor, three flavours of the same key, first and last notes and the Louise Reichardt song in F minor; viva.pressbooks.pub/openmusictheory/chapter/minor-scales/)
  • musictheory.net lessons 21-24 used as a cross-check only. Wikipedia "Circle of fifths" (Diletskii Grammatika 1677, Heinichen Musicalischer Circul 1711 and 1728, relative minor placed beside its major; en.wikipedia.org/wiki/Circle_of_fifths) and C. R. Jensen, "A Theoretical Work of Late Seventeenth-Century Muscovy: Nikolai Diletskii's Grammatika and the Earliest Circle of Fifths", JAMS 45/2 (1992)
  • abstract (surviving variants Smolensk 1677, Moscow 1679 and 1681; doi.org/10.2307/831450)
  • Wikipedia "The Well-Tempered Clavier" (Book 1 autograph dated 1722, 24 keys, C major then C minor then up by half steps; en.wikipedia.org/wiki/The_Well-Tempered_Clavier)
  • Wikipedia "Solfège" and "Guido of Arezzo" (ut re mi fa sol la from Ut queant laxis, 11th century, ut became do in 17th-century Italy, si added later, ti from Sarah Glover in the 19th century, fixed do in Romance-language countries; en.wikipedia.org/wiki/Solf%C3%A8ge).

Abgerufen: 2026-10-17