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Punnett-Quadrate

Ein Raster aus 2 mal 2 Feldern sagt voraus, dass zwei Yy-Erbsenpflanzen in einem von vier Fällen grüne Samen hervorbringen.

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Wähl ein Merkmal und die beiden Eltern. Jedes Feld verbindet eine Keimzelle des Zeilen-Elternteils mit einer des Spalten-Elternteils. „20 erzeugen“ zeigt, wie stark eine kleine Stichprobe abweichen kann.

Genotyp und Phänotyp

Zwei Begriffe tauchen immer wieder auf. Der Genotyp ist das Allelpaar, das ein Lebewesen trägt, geschrieben mit Buchstaben: ein Großbuchstabe für das dominante Allel und ein Kleinbuchstabe für das rezessive. Der Phänotyp ist das, was man tatsächlich beobachten kann. Eine Erbsenpflanze mit gelben Samen kann YY oder Yy sein, zwei Genotypen mit demselben Phänotyp, weil das dominante Y das y überdeckt. Eine Pflanze mit grünen Samen muss yy sein. Sind beide Allele gleich (YY oder yy), ist das Lebewesen für dieses Gen homozygot (reinerbig); sind sie verschieden (Yy), ist es heterozygot (mischerbig).

Das Quadrat zeichnen

Der britische Genetiker Reginald Punnett erfand ein einfaches Raster für Kreuzungen. Schreib die möglichen Keimzellen eines Elternteils oben hin und die des anderen an den Rand. Jeder Elternteil gibt mit gleicher Wahrscheinlichkeit eines seiner beiden Allele in jede Keimzelle. Füll jedes Feld mit dem Allel aus seiner Zeile und dem Allel aus seiner Spalte. Jedes Feld steht für einen gleich wahrscheinlichen Nachkommen. Bei Yy × Yy sind die Felder YY, Yy, yY und yy. Yy und yY sind derselbe Genotyp, nur auf zwei Wegen erreicht. Das Genotypenverhältnis ist also 1 YY : 2 Yy : 1 yy und das Phänotypenverhältnis 3 gelb : 1 grün. Das ist Mendels 3:1.

Ein Quadrat liefert Wahrscheinlichkeiten, keine Garantien. Für jeden einzelnen Nachkommen entspricht jedes Feld einer Wahrscheinlichkeit von einem Viertel, so wie eine Münze bei jedem Wurf mit einer Wahrscheinlichkeit von einer Hälfte Kopf zeigt. Zwei Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung erledigen den Großteil der Arbeit. Die Produktregel: Bei unabhängigen Ereignissen, die beide eintreten müssen, wird multipliziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass drei Nachkommen von Yy × Yy alle gelbe Samen haben, ist ¾ × ¾ × ¾ = 27/64. Die Summenregel: Bei Ergebnissen, die nicht gleichzeitig eintreten können, wird addiert. Die Wahrscheinlichkeit für einen Yy-Nachkommen ist ¼ (Yy) + ¼ (yY) = ½.

Die Testkreuzung

Wie unterscheidet man eine YY-Pflanze von einer Yy-Pflanze, wenn beide gelbe Samen haben? Man kreuzt sie mit einer grünen yy-Pflanze. Ein YY-Elternteil kann nur Y weitergeben, also sind alle Nachkommen Yy und gelb. Ein Yy-Elternteil gibt Y oder y mit gleicher Wahrscheinlichkeit weiter, also ist etwa die Hälfte der Nachkommen grün. Züchter nutzen diese Testkreuzung bis heute. Stell im Quadrat Elternteil 1 auf Yy und Elternteil 2 auf yy, um das 1:1 zu sehen.

Zwei Gene gleichzeitig und andere Muster

Mendel verfolgte auch Samenfarbe und Samenform gemeinsam. Ihre Allele werden unabhängig voneinander weitergegeben. Eine YyRr-Pflanze bildet deshalb vier Arten von Keimzellen (YR, Yr, yR, yr) in gleicher Zahl, und für YyRr × YyRr braucht man ein Quadrat aus 4 mal 4, also 16 Feldern. Die Phänotypen verteilen sich auf 9 gelb rund : 3 gelb runzelig : 3 grün rund : 1 grün runzelig. Die 9 kannst du mit der Produktregel prüfen: ¾ gelb × ¾ rund = 9/16.

Nicht jedes Gen folgt einer einfachen Dominanz. Beim Löwenmäulchen ergibt rot × weiß rosa Nachkommen, weil keines der Allele das andere vollständig überdeckt. Das ist unvollständige Dominanz, und rosa × rosa ergibt rot, rosa und weiß im Verhältnis 1:2:1. Bei der Kodominanz zeigen sich beide Allele gleichzeitig. Die AB0-Blutgruppen verbinden beide Ideen: Die Allele A und B sind kodominant, sodass ein Mensch mit je einem davon Blutgruppe AB hat, während das Allel 0 (geschrieben i) gegenüber beiden rezessiv ist. Gene auf dem X-Chromosom bringen noch eine Besonderheit mit. Ein Mann hat nur ein X, deshalb zeigt sich bei ihm schon ein einziges rezessives Allel dort, etwa eines für Rot-Grün-Sehschwäche. Darum sind solche Merkmale bei Männern häufiger.

GenotypDie vorhandenen Allele, etwa Yy
PhänotypDas Beobachtbare, etwa gelbe Samen
HomozygotZwei gleiche Allele: YY oder yy
HeterozygotZwei verschiedene Allele: Yy
Yy × Yy1 YY : 2 Yy : 1 yy, 3 gelb : 1 grün
TestkreuzungKreuzung mit yy: YY ergibt nur dominante Nachkommen; bei Yy wird ein Verhältnis von 1:1 erwartet
YyRr × YyRr9 : 3 : 3 : 1
Das Wichtigste
  • Genotyp = vorhandene Allele; Phänotyp = was sich zeigt.
  • Keimzellen an die Ränder schreiben; jedes Feld ist ein gleich wahrscheinlicher Nachkomme.
  • Yy × Yy: Genotypen 1:2:1, Phänotypen 3:1. Yy × yy: 1:1.
  • Bei „und“ multiplizieren, bei „oder“ addieren. Dihybrid: 9:3:3:1. Unvollständige Dominanz und Kodominanz verändern das Bild.
  1. Yy × Yy. Welcher Anteil der Nachkommen ist voraussichtlich yy?
  2. Yy × Yy. Welcher Anteil hat voraussichtlich gelbe Samen?
  3. Yy × yy. Welcher Anteil ist voraussichtlich grün?
  4. Drei Nachkommen von Yy × Yy. Wie wahrscheinlich ist es, dass alle drei gelbe Samen haben?
  5. YyRr × YyRr. Welcher Anteil ist voraussichtlich grün und runzelig?
  6. YyRr × YyRr ergibt 1600 Samen. Wie viele davon sind ungefähr gelb und rund?
  7. Eine Pflanze mit gelben Samen, gekreuzt mit yy, ergibt 52 gelbe und 48 grüne. Welchen Genotyp hat sie?
    • Yy
    • YY
    • yy
    • Nicht zu sagen
  8. Löwenmäulchen: rosa × rosa. Welcher Anteil ist voraussichtlich rosa?
  9. Blutgruppen: I^A i × I^B i. Welcher Anteil hat voraussichtlich Blutgruppe 0?
  10. Warum sind X-chromosomal-rezessive Merkmale bei Männern häufiger?
    • Männer haben nur ein X
    • Männer haben zwei X-Chromosomen
    • Das Y überdeckt das Allel
    • Männer haben mehr Gene
  11. Welches Paar hat denselben Phänotyp, aber verschiedene Genotypen?
    • YY und Yy
    • Yy und yy
    • YY und yy
    • yy und yy
Quellen zu diesem Kurs (11)
  • NHGRI "Deoxyribonucleic Acid (DNA) Fact Sheet" (genome.gov/about-genomics/fact-sheets/Deoxyribonucleic-Acid-Fact-Sheet)
  • "Chromosomes Fact Sheet" (genome.gov/about-genomics/fact-sheets/Chromosomes-Fact-Sheet)
  • "Human Genome Project" and its timeline (genome.gov/human-genome-project, genome.gov/human-genome-project/timeline)
  • "Telomere-to-Telomere" (genome.gov/about-genomics/telomere-to-telomere)
  • "Polymerase Chain Reaction (PCR) Fact Sheet" (genome.gov/about-genomics/fact-sheets/Polymerase-Chain-Reaction-Fact-Sheet)
  • "What is Genome Editing?" (genome.gov/about-genomics/policy-issues/what-is-Genome-Editing)
  • "Human Genomic Variation" (genome.gov/about-genomics/educational-resources/fact-sheets/human-genomic-variation)
  • OpenStax Biology 2e , 12.1 "Mendel's Experiments and the Laws of Probability", 12.2 "Characteristics and Traits", 14.2 "DNA Structure and Sequencing", 14.6 "DNA Repair" (openstax.org/books/biology-2e)
  • MedlinePlus Genetics "HBB gene" and "Sickle cell disease" (medlineplus.gov/genetics)
  • NCBI RefSeq NM_000518.5 (HBB coding sequence) and ClinVar VCV000015333 (c.20A>T, p.Glu7Val)
  • Nobel Prize in Chemistry 2020 summary (nobelprize.org/prizes/chemistry/2020/summary)

Abgerufen: 2026-10-17