edubun
Deutsch

Borealer Nadelwald und Tundra

In der arktischen Tundra beträgt die mittlere Wintertemperatur −34 °C. Pflanzen haben jährlich nur etwa 10 bis 12 Wochen zum Wachsen.

3D-Modell wird geladen

Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.

Finde Kanada, Russland, Finnland und Norwegen. Durch alle zieht sich borealer Nadelwald, nördlich davon liegt Tundra.

Der boreale Nadelwald

Der boreale Nadelwald, auch Taiga genannt, liegt südlich des nördlichen Polarkreises in großen Teilen Kanadas, Alaskas, Russlands und Nordeuropas. Die Winter sind lang, kalt und trocken, die Sommer kurz, kühl und feucht. Von 40 cm bis 100 cm Jahresniederschlag fällt das meiste als Schnee. Wegen der Kälte verdunstet wenig. Es dominieren immergrüne zapfentragende Bäume wie Kiefern, Fichten und Tannen, die ihre nadelförmigen Blätter ganzjährig behalten.

Warum Nadeln im Norden gewinnen

OpenStax nennt zwei Gründe. Erstens braucht eine Nadel weniger Sonnenenergie zum Erwärmen als ein breites Blatt. Immergrüne können deshalb im Frühling früher mit der Fotosynthese beginnen; im borealen Wald wachsen sie schneller als Laubbäume. Zweitens sind boreale Böden oft sauer und enthalten wenig verfügbaren Stickstoff. Blätter sind stickstoffreich. Ein Laubbaum muss jedes Jahr einen vollständigen neuen Satz bilden, ein Nadelbaum behält seine Nadeln samt Stickstoff. Gefallene Nadeln zersetzen sich zudem langsam. Weniger Nährstoffe kehren zurück, und der Boden bleibt nährstoffarm. Die Bäume wachsen langsam, leben aber lange. So sammelt sich eine große stehende Biomasse an, obwohl die Nettoprimärproduktion unter der gemäßigter und tropischer Wälder liegt. Der Aufbau ist einfach, oft nur Baum- und Bodenschicht.

Die Tundra

Nördlich des borealen Nadelwalds liegt die arktische Tundra. OpenStax nennt eine mittlere Wintertemperatur von −34 °C und mittlere Sommertemperaturen von 3 °C bis 12 °C. Die Vegetationszeit dauert nur etwa 10 bis 12 Wochen. Dann scheint die Sonne aber fast 24 Stunden täglich und die Pflanzen wachsen schnell. Niederschlag ist sehr gering und über das Jahr wenig veränderlich. Wie im borealen Nadelwald verdunstet wenig.

Unter der Oberfläche kann Boden mindestens zwei Jahre in Folge bei 0 °C oder darunter bleiben: Permafrost. Dieser Permafrost verhindert tiefe Wurzeln und bremst die Zersetzung abgestorbener Pflanzen sowie die Freisetzung von Nährstoffen. Tundrapflanzen bleiben deshalb niedrig: Strauchweiden, Seggen, Moose und Flechten. Vielfalt, Produktivität und oberirdische Biomasse sind gering. Im kurzen Sommer können Pflanzen oder Flechten den Boden dennoch vollständig bedecken. Die 24 Stunden Tageslicht entsprechen demselben Effekt wie im Jahreszeitenmodell: Nördlich des Polarkreises bleibt um die Sonnenwende im Juni der gesamte Breitenkreis im Sonnenlicht.

Eine kalte Art der Trockenheit

Die Tundra erhält sehr wenig Niederschlag, meist unter 25 cm jährlich. Laut National Geographic Education zählt sie nach diesem Maßstab ebenfalls als Wüste. Trotzdem trocknet sie nicht wie eine heiße Wüste aus. Der Grund ist die Verdunstung. In einer heißen Wüste entziehen Sonne und trockene Luft dem Boden schneller Wasser, als Regen es ersetzt. Im borealen Nadelwald und in der Tundra hält Kälte die Verdunstung gering. Das wenige Wasser bleibt, oft als Schnee und Eis. OpenStax weist auch auf die geringste Artenzahl nahe den Polen hin: Dort ist es kälter und trockener, und seit den letzten Vereisungen hatte das Leben weniger Zeit, sich anzusiedeln.

  1. Ein anderer Name für den borealen Nadelwald ist ...
    • Taiga
    • Steppe
    • Hartlaubgebüsch
  2. Höchster Jahresniederschlag im OpenStax-Bereich für borealen Nadelwald?
  3. Warum können immergrüne Nadelbäume im Frühling früher mit der Fotosynthese beginnen?
    • Eine Nadel braucht zum Erwärmen weniger Energie als ein breites Blatt
    • Sie wachsen im Schatten
    • Sie haben keine Blätter
  4. Wie hilft das Behalten der Nadeln auf stickstoffarmen Böden?
    • Der Baum behält den Stickstoff, statt neue Blätter aufzubauen
    • Nadeln nehmen Stickstoff aus Schnee auf
    • Nadeln fixieren Luftstickstoff
  5. Mittlere Wintertemperatur der arktischen Tundra (OpenStax)?
  6. Wie vielen Tagen entsprechen 12 Wochen Vegetationszeit?
  7. Was ist Permafrost?
    • Boden bei 0 °C oder darunter für mindestens zwei Jahre in Folge
    • Eis auf Seen
    • Schnee auf Berggipfeln
  8. Warum wachsen Tundrapflanzen im Sommer schnell?
    • Fast 24 Stunden Tageslicht
    • Tiefer warmer Boden
    • Starker Regen
  9. Ordne von Süden nach Norden in Kanada an.
  10. Welche Aussage über borealen Nadelwald ist falsch?
    • Laubabwerfende Bäume dominieren
    • Seine Böden sind sauer
    • Sein Aufbau besteht oft aus Baum- und Bodenschicht
Das Wichtigste
  • Borealer Nadelwald: Nadelbäume, 40 bis 100 cm meist als Schnee, saurer Boden.
  • Nadeln erwärmen sich früh und bewahren knappen Stickstoff.
  • Tundra: Winter −34 °C, Sommer 3 bis 12 °C, 10 bis 12 Wochen Wachstum.
  • Permafrost hält Pflanzen niedrig und bremst die Zersetzung.
Quellen zu diesem Kurs (19)
  • OpenStax Biology 2e (, per the page notice on 2026-10-17) 44.3 Terrestrial Biomes: eight major biomes set by temperature and precipitation
  • tropical wet forest 20 to 34 °C, 125 to 660 cm, 11 to 12 h of sun, 100 to 300 tree species per hectare (2.5 acres)
  • savannas in Africa, South America and northern Australia, 24 to 29 °C
  • subtropical deserts 15° to 30°, under 30 cm, soil surface above 60 °C, nights near 0 °C, as low as 2 cm
  • cold deserts 25 to below −30 °C
  • chaparral 65 to 75 cm, winter rain
  • temperate grasslands 25 to 75 cm
  • temperate forests −30 to 30 °C, 75 to 150 cm
  • boreal forest 40 to 100 cm
  • arctic tundra winter average −34 °C, summer 3 to 12 °C, growing season 10 to 12 weeks, permafrost (openstax.org/books/biology-2e/pages/44-3-terrestrial-biomes)
  • 44.4 Aquatic Biomes: photic zone about 200 m, Challenger Deep about 11,000 m, average ocean depth 4,267 m, abyssal zone 4,000 m or more, coral reefs within 30° of the equator and more than 4,000 fish species, estuaries, lakes, rivers, wetlands, bogs (.../pages/44-4-aquatic-biomes)
  • 46.1: ocean over 70% of the surface, freshwater 1.8%, phytoplankton 40% of photosynthesis (.../pages/46-1-ecology-of-ecosystems)
  • National Geographic Education, Biomes collection: six, eight or as many as 11 biomes (education.nationalgeographic.org/resource/resource-library-biomes)
  • Mongabay, Tropical forest loss falls in 2025, 29 April 2026, citing Global Forest Watch: Brazil, DRC and Indonesia top three for remaining tropical forest (news.mongabay.com/2026/04/tropical-forest-loss-falls-in-2025-but-world-still-off-track-on-deforestation-goals/)
  • OpenStax 45.6: species richness highest near the equator, lowest near the poles (.../pages/45-6-community-ecology)
  • NOAA National Ocean Service, How far does light travel in the ocean?: sunlight zone to 200 m, twilight 200 to 1,000 m, midnight 1,000 to 4,000 m, abyss 4,000 to 6,000 m, hadal 6,000 m and deeper (oceanservice.noaa.gov/facts/light_travel.html)
  • NOAA news releases on the Gulf of America hypoxic zone: 2017 record 8,776 square miles (noaa.gov/media-release/gulf-of-mexico-dead-zone-is-largest-ever-measured)
  • 2025 forecast 5,574 and measured 4,402 (noaa.gov/news-release/gulf-of-america-dead-zone-below-average-scientists-find)
  • 2026 measured 1,332, second smallest in 40 years, goal 1,900 by 2035 (noaa.gov/news-release/noaa-and-partners-find-smaller-than-anticipated-hypoxic-zone-in-gulf-of-america).

Abgerufen: 2026-10-17