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Leber, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase

Deine Leber bildet täglich etwa einen Liter Galle, deine Bauchspeicheldrüse mehr als einen Liter Bauchspeichel.

Drei Organe, ein Ziel

Wenn Speisebrei den Magen verlässt, ist er sehr sauer und enthält viele Fetttröpfchen, an die wasserbasierte Enzyme nur schwer herankommen. Der erste Dünndarmabschnitt, der Zwölffingerdarm, muss beide Probleme zugleich lösen. Dabei helfen ihm drei Anhangsorgane. Die Leber bildet Galle und leitet sie zum Zwölffingerdarm. Die Gallenblase speichert und konzentriert die Galle und gibt sie bei Bedarf ab. Die Bauchspeicheldrüse bildet Bauchspeichel mit vielen Enzymen und Bicarbonat. Galle und Bauchspeichel treffen in einem kleinen Hohlraum in der Wand des Zwölffingerdarms zusammen, der Ampulla hepatopancreatica. Ein ringförmiger Muskel steuert dort den Zufluss.

Leber und Galle

Die Hauptzellen der Leber, die Hepatozyten, machen etwa 80 Prozent ihres Volumens aus. Sie geben täglich etwa einen Liter Galle ab. Galle besteht größtenteils aus Wasser, daneben aus Gallensalzen, Phospholipiden, Cholesterin, Gallenfarbstoffen und Salzen. Sie ist leicht alkalisch (pH 7.6 bis 8.6) und enthält keine Verdauungsenzyme. Ihre Aufgabe ist die Emulgierung: Gallensalze haben ein Ende, das sich mit Wasser mischt, und eines, das sich mit Fett mischt. So zerlegen sie große Fettkugeln in viele winzige Tröpfchen. Dadurch steht fettverdauenden Enzymen viel mehr Angriffsfläche zur Verfügung. Am Ende des Dünndarms werden die meisten Gallensalze aufgenommen und zur erneuten Verwendung zurück zur Leber transportiert.

Mit der Galle werden auch Abfallstoffe ausgeschieden. Beim Abbau alter roter Blutkörperchen gelangt der Farbstoff Bilirubin in die Galle und gibt ihr ihre Farbe. Darmbakterien wandeln ihn später in Sterkobilin um, den braunen Farbstoff des Stuhls. Die Leber nimmt außerdem eine besondere Stellung im Blutkreislauf ein. Die Venen aus dem Dünndarm führen nicht direkt zum Herzen zurück. Sie bilden das Pfortadersystem und leiten nährstoffreiches Blut zuerst zur Leber, wo Nährstoffe verarbeitet oder gespeichert werden. In Ruhe fließen etwa 1500 ml Blut pro Minute durch die Leber.

Die Gallenblase

Die Gallenblase ist ein kleiner, etwa 8 bis 10 cm langer Beutel unter dem rechten Leberlappen. Zwischen den Mahlzeiten speichert sie Galle und konzentriert diese, indem sie Wasser entzieht. Beim Essen presst sie Galle durch die Gallengänge in den Dünndarm, wie das NIDDK beschreibt.

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse liegt hinter dem Magen. Ihr Kopf liegt in der C-förmigen Krümmung des Zwölffingerdarms, ihr Körper erstreckt sich etwa 15 cm nach links. Sie bildet täglich mehr als einen Liter Bauchspeichel. Dieser klare Saft besteht hauptsächlich aus Wasser sowie aus Salzen, Natriumbicarbonat und mehreren Enzymen. Das Bicarbonat macht ihn leicht alkalisch (pH 7.1 bis 8.2). Wenn saurer Speisebrei in den Zwölffingerdarm gelangt, löst das Hormon Sekretin die Abgabe bicarbonatreichen Safts aus. Dieser neutralisiert die Säure und beendet die Wirkung des Pepsins.

Die Enzyme decken alle drei Hauptnährstoffe ab: Amylase für Stärke, Lipase für Fette und eiweißspaltende Enzyme für Proteine. Die eiweißspaltenden Enzyme entstehen in inaktiver Form, damit sie die Bauchspeicheldrüse nicht selbst verdauen. Im Dünndarm wandelt ein Enzym der Darmwand, die Enteropeptidase, Trypsinogen in Trypsin um. Trypsin aktiviert dann die übrigen eiweißspaltenden Enzyme. Die Bauchspeicheldrüse bildet auch Hormone, die für die Verdauung und die Verwertung der Nährstoffe wichtig sind.

GalleVon der Leber gebildet; emulgiert Fett; keine Verdauungsenzyme.
EmulgierungZerlegung großer Fettkugeln in winzige Tröpfchen.
GallenblaseSpeichert und konzentriert Galle; 8 bis 10 cm.
BauchspeicheldrüsensaftEnzyme und Bicarbonat; über 1 l am Tag.
SekretinHormon, das die Abgabe bicarbonatreichen Bauchspeichels auslöst.
PfortadersystemLeitet Blut aus dem Darm zuerst zur Leber.
TrypsinEiweißspaltendes Enzym, das durch Enteropeptidase aktiviert wird.
  1. Was bewirkt Galle bei Fett?
    • Sie zerlegt es in winzige Tröpfchen (emulgiert es)
    • Sie spaltet es mit ihren Enzymen in Fettsäuren
    • Sie wandelt es in Zucker um
    • Sie speichert es in der Gallenblase
  2. Welches Organ bildet Galle?
    • Leber
    • Gallenblase
    • Bauchspeicheldrüse
    • Magen
  3. Warum ist Bauchspeichel leicht alkalisch?
    • Er enthält Natriumbicarbonat
    • Er enthält Salzsäure
    • Er enthält Gallenfarbstoff
    • Er enthält Pepsin
  4. Welches Hormon löst die Abgabe bicarbonatreichen Bauchspeichels aus?
    • Sekretin
    • Ghrelin
    • Melatonin
    • Gastrin aus dem Gehirn
  5. In Ruhe fließen etwa 1500 ml Blut pro Minute durch die Leber. Wie viele Liter sind das in einer Stunde?
  6. Die Leber bildet täglich etwa 1 l Galle. Wie viele Liter sind das ungefähr in einer Woche?
  7. Wohin fließt das Blut aus dem Dünndarm zuerst?
    • Zur Leber, durch das Pfortadersystem
    • Direkt zum Herzen
    • Zur Lunge
    • Die Bauchspeicheldrüse
  8. Was gibt dem Stuhl seine braune Farbe?
    • Sterkobilin, das Bakterien aus Gallenfarbstoff bilden
    • Magensäure
    • Speichelamylase
    • Unverdaute Stärke
  9. Warum werden die eiweißspaltenden Enzyme der Bauchspeicheldrüse in inaktiver Form abgegeben?
    • Damit sie die Bauchspeicheldrüse nicht selbst verdauen
    • Weil sie nur auf Stärke wirken
    • Damit sie in der Gallenblase gespeichert werden können
    • Weil sie Magensäure brauchen
  10. Hepatozyten machen etwa 80 % des Lebervolumens aus. Wenn ein Lebermodell ein Volumen von 1500 ml hat, wie viele ml entfallen auf Hepatozyten?
Das Wichtigste
  • Leber: etwa 1 l Galle am Tag; Galle emulgiert Fett und transportiert Bilirubin.
  • Gallenblase: speichert und konzentriert Galle, gibt sie bei Mahlzeiten ab.
  • Bauchspeicheldrüse: über 1 l Saft am Tag mit Enzymen für Stärke, Fett und Protein sowie Bicarbonat.
  • Sekretin löst die Bicarbonatabgabe aus; Enteropeptidase aktiviert Trypsin.
  • Das Pfortadersystem leitet Darmblut zuerst zur Leber.

Dies ist Lernmaterial darüber, wie der Körper aufgebaut ist und funktioniert. Es ist keine medizinische Beratung und dient nicht dazu, Krankheiten zu diagnostizieren oder zu behandeln.

Quellen zu diesem Kurs (5)
  • OpenStax Anatomy and Physiology 2e, 23.1 Overview of the Digestive System, 23.3 The Mouth, Pharynx, and Esophagus, 23.4 The Stomach, 23.5 The Small and Large Intestines, 23.6 Accessory Organs in Digestion: The Liver, Pancreas, and Gallbladder, 23.7 Chemical Digestion and Absorption: A Closer Look (openstax.org/books/anatomy-and-physiology-2e)
  • NIH NIDDK "Your Digestive System & How It Works" (niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/digestive-system-how-it-works)
  • history: Britannica "William Beaumont", NCBI Bookshelf NBK459 (Beaumont, 1833 book, 238 experiments)
  • PMC6172101 (Beaumont papers, 1822 fistula)
  • NobelPrize.org 1904 (Pavlov, Nobel lecture page) and 2005 press release (Marshall and Warren, Helicobacter pylori)

Abgerufen: 2026-10-17