Linsen und das Auge
Dein Auge stellt auf ein 25 cm entferntes Buch scharf, indem es seine Brechkraft von etwa 50 auf 54 Dioptrien erhöht, also um 8%.
Sammellinsen und der Brennpunkt
Hältst du eine Lupe ins Sonnenlicht, entsteht ein winziger heller Fleck. Die Linse ist in der Mitte dicker als am Rand. Ihre gekrümmten Flächen brechen jeden Strahl so, dass alle parallel zur Achse einfallenden Strahlen in einem Punkt zusammentreffen. OpenStax nennt diesen Punkt Brennpunkt F und seinen Abstand von der Linsenmitte Brennweite f. Das Wort Linse stammt vom lateinischen Wort für die Hülsenfrucht und bezieht sich auf die Form. Eine in der Mitte dickere Linse sammelt Licht. Eine am Rand dickere Linse zerstreut parallele Strahlen so, als kämen sie von einem Brennpunkt vor ihr.
In der Augenoptik beschreibt man Linsen durch ihre Brechkraft statt durch ihre Brennweite: P = 1/f. Wenn f in Metern angegeben wird, erhält man P in Dioptrien (D). Eine Linse mit 0.25 m Brennweite hat eine Brechkraft von 4 D. Stärkere Linsen haben kürzere Brennweiten und größere Brechkräfte. Brillenverordnungen geben Dioptrien an: positiv für Sammellinsen, negativ für Zerstreuungslinsen.
Das Bild mit drei Strahlen finden
Um den Bildort eines Gegenstands an einer Linse zu finden, zeichnest du von seiner Spitze aus Strahlen nach drei Regeln von OpenStax. Ein achsenparalleler Strahl geht durch den Brennpunkt auf der anderen Seite. Ein Strahl durch die Linsenmitte ändert seine Richtung nicht. Ein Strahl durch den gegenstandsseitigen Brennpunkt verlässt die Linse achsenparallel. Wo sich die Strahlen schneiden, liegt die Bildspitze. Steht der Gegenstand außerhalb der Brennweite, treffen sich die Strahlen tatsächlich hinter der Linse. Das Bild ist reell und steht auf dem Kopf. Es lässt sich wie bei einer Kamera oder einem Projektor auf einem Schirm auffangen.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.
Die Gleichung für dünne Linsen
Strahlenzeichnungen liefern ein Bild, die Gleichung für dünne Linsen liefert Zahlen. Mit Gegenstandsweite dₒ, Bildweite dᵢ und Brennweite f schreibt OpenStax: 1/dₒ + 1/dᵢ = 1/f. Der Abbildungsmaßstab ist m = −dᵢ/dₒ. Im Rechenbeispiel steht eine Glühwendel 0.750 m vor einer Linse mit f = 0.500 m. Daraus folgt 1/dᵢ = 1/0.500 − 1/0.750, also dᵢ = 1.50 m und m = −2.00: ein doppelt so großes reelles Bild, das auf dem Kopf steht (negatives m). Rückt der Gegenstand innerhalb der Brennweite, wird dᵢ negativ. Das bedeutet: Das Bild ist virtuell, aufrecht, vergrößert und liegt auf derselben Seite wie der Gegenstand. Im Lupenbeispiel von OpenStax steht ein Gegenstand 7.50 cm vor einer Linse mit 10.0 cm Brennweite. Es ergibt sich dᵢ = −30.0 cm und m = 4.00.
Das Auge als Linse
OpenStax behandelt Hornhaut und Augenlinse zusammen als eine einzige dünne Linse. Sie bildet ein reelles, auf dem Kopf stehendes Bild auf der etwa 2.00 cm dahinterliegenden Netzhaut ab. Der größte Sprung im Brechungsindex und damit der größte Teil der Ablenkung liegt am Übergang von Luft zur Hornhaut (Brechungsindex 1.38), nicht an der Linse im Inneren. Der Abstand zur Netzhaut ist unveränderlich. Um auf unterschiedliche Entfernungen scharf zu stellen, ändert das Auge deshalb seine Brechkraft: Muskeln machen die Linse für nahe Gegenstände dicker und stärker gekrümmt. Für ein 2.00 cm langes Auge ergibt P = 1/dₒ + 1/dᵢ bei fernen Gegenständen 50.0 D, am üblichen Nahpunkt von 25 cm dagegen 54.0 D. Das Gehirn richtet das auf dem Kopf stehende Bild wieder auf.
- Welche Brechkraft hat eine Linse mit einer Brennweite von 0.25 m?
- Ein Gegenstand steht 30 cm vor einer Linse mit f = 10 cm. Wo liegt das Bild?
- Wie groß ist in diesem Fall der Abbildungsmaßstab?
- Eine Glühlampe steht 0.750 m vor einer Linse mit f = 0.500 m. Wo liegt das Bild, in Metern?
- Ein Gegenstand steht 5 cm vor einer Sammellinse mit f = 10 cm. Das Bild ist …
- Virtuell, aufrecht und doppelt so groß
- Reell, auf dem Kopf stehend und kleiner
- Reell und gleich groß
- Es entsteht kein Bild
- Ein Gegenstand steht genau im Brennpunkt einer Sammellinse. Was passiert?
- Die Strahlen treten parallel aus, und es entsteht kein Bild
- Im anderen Brennpunkt entsteht ein reelles Bild
- An der Linse entsteht ein virtuelles Bild
- Bei 2F entsteht ein gleich großes Bild
- Bei einem Abstand von 2.00 cm zwischen Linse und Netzhaut: Welche Brechkraft braucht das Auge für einen sehr weit entfernten Gegenstand?
- Dasselbe Auge stellt auf eine 25.0 cm entfernte Seite scharf. Wie groß ist seine Brechkraft jetzt?
- Wo wird Licht im Auge am stärksten gebrochen?
- An der Hornhaut
- An der Linse
- An der Netzhaut
- An der Pupille
- Ein 1.20 × 10⁻² cm breites Haar wird 60.0 cm vor ein 2.00 cm langes Auge gehalten. Wie breit ist sein Netzhautbild, in Einheiten von 10⁻⁴ cm?
- Parallele Strahlen treffen sich im Brennpunkt; P = 1/f in Dioptrien.
- Drei Strahlen: parallel und dann durch F′, durch die Mitte, durch F und dann parallel.
- 1/dₒ + 1/dᵢ = 1/f, m = −dᵢ/dₒ; negatives dᵢ bedeutet ein virtuelles Bild.
- Auge: etwa 2.00 cm bis zur Netzhaut, 50 D für die Ferne, 54 D bei 25 cm; stärkste Brechung an der Hornhaut.
Quellen zu diesem Kurs (16)
- OpenStax College Physics 2e (openstax.org/books/college-physics-2e): 25.2 The Law of Reflection (θr = θi, diffuse vs mirror reflection, image as far behind the mirror)
- 25.3 The Law of Refraction (Roemer 1676 data -> 2.26 × 10⁸ m/s, about 25% low; Michelson rotating mirrors with a fixed mirror 35 km away, 0.04%; c = 2.99792458 × 10⁸ m/s; n = c/v; Table 25.1 air 1.000293, water 1.333, ice 1.309, crown glass 1.52, flint 1.66, polystyrene 1.49, zircon 1.923, diamond 2.419; Snell's law; 30.0° -> 22.0° gives 1.33; air to diamond 30.0° -> 11.9°; zircon 1.56 × 10⁸ m/s; Ibn Sahl 984; Snell 1580 to 1626; lawn-mower analogy)
- 25.4 Total Internal Reflection (mirror more than 90%; θc = sin⁻¹(n2/n1); polystyrene 42.2°, water 48.6°, diamond 24.4°; fibre optics, cladding; corner reflectors on bicycles and on the Moon; binoculars)
- 25.5 Dispersion (Kamal al-Din al-Farisi 1267 to 1319, camera obscura and a water-filled glass vessel; Theodoric of Freiberg; Ibn al-Haytham; about six rainbow colours; Table 25.2 n at 660/610/580/550/470/410 nm; violet bent most; rainbow seen looking away from the Sun; secondary rainbow from two reflections; lasers disperse little)
- 25.6 Image Formation by Lenses (ray tracing rules, P = 1/f in diopters, 1/do + 1/di = 1/f, m = −di/do, 0.750 m object and f = 0.500 m -> 1.50 m and m = −2.00, magnifier do 7.50 cm -> di −30.0 cm and m = 4.00, Table 25.3 three cases)
- 26.1 Physics of the Eye (cornea and lens act as one thin lens, most bending at the cornea, cornea n 1.38, lens-to-retina 2.00 cm, near point 25 cm, power 50.0 D to 54.0 D, hair 1.20 × 10⁻² cm at 60.0 cm)
- 27.3 (Young 1801)
- NASA science.nasa.gov/eclipses/geometry (umbra, penumbra; typical umbral path may be less than 50 miles wide, penumbra a thousand miles or more) and nasa.gov image article Diagram of Umbra and Penumbra (umbra shrinks, penumbra grows away from the Sun)
- NASA Visible Light page (Newton 1665 prism experiment, 380 to 700 nm)
- Royal Society, Fara 2015 commentary on Newton (1672) New Theory about Light and Colours (royalsocietypublishing.org/rsta/article/373/2039/20140213)
- NIST Meter page (Evenson group 299 792 456.2 ± 1.1 m/s; 1983 definition fixes c = 299 792 458 m/s) and NIST J. Res. 1972 measurement (tf.nist.gov/general/pdf/527.pdf)
- APS News July 2010, Fizeau (Galileo lanterns; Roemer 1676; Fizeau 1849, 313 300 km/s, about 5% high)
- Wikipedia Fizeau's measurement (8633 m, 720 notches, 25.2 turns per second -> 313 274 304 m/s, 4.5% high) and Speed of light (Galileo proposal 1638; Foucault 1862 298 000 ± 500 km/s, −0.60%; Michelson 1926 299 796 ± 4 km/s)
- Baez and DESY "How is the speed of light measured?" (same table)
- NASA Moon Fact Sheet (mean distance 384 400 km)
- IAU 2012 astronomical unit 149 597 870 700 m.
Abgerufen: 2026-10-17