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Reflexion und Spiegel

Um deinen ganzen Körper in einem ebenen Spiegel zu sehen, genügt ein Spiegel mit der Hälfte deiner Körpergröße, ganz gleich, wo du stehst.

Das Reflexionsgesetz

Wirfst du einen Ball schräg gegen eine Wand, prallt er auf der anderen Seite des Lots im gleichen Winkel ab. Licht verhält sich an einer glatten Oberfläche ebenso. OpenStax fasst das so zusammen: Der Reflexionswinkel ist gleich dem Einfallswinkel, θr = θi. Gemessen werden die Winkel zum Lot, einer gedachten Senkrechten zur Oberfläche am Auftreffpunkt des Strahls, nicht zur Oberfläche selbst. Einfallender Strahl, reflektierter Strahl und Lot liegen alle in derselben Ebene.

Das Reflexionsgesetz. Beide Winkel werden zum Lot N gemessen, der gestrichelten Senkrechten zum Spiegel.
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Ein Lichtstrahl trifft auf einen Spiegel. Ziehe in der oberen Hälfte oder nutze den Regler. Der reflektierte Strahl bildet mit dem Lot immer denselben Winkel. Stelle unten Wasser oder Glas ein, um zu sehen, wie ein Teil des Lichts eindringt.

Glatte und raue Oberflächen

Würde jede Oberfläche wie ein Spiegel reflektieren, könntest du ein Blatt Papier nur aus einem bestimmten Winkel sehen. Tatsächlich siehst du es von überall im Raum, weil seine Oberfläche im Vergleich zur Lichtwellenlänge rau ist. OpenStax erklärt: Parallele Strahlen treffen auf winzige, unterschiedlich geneigte Flächen. Jeder Strahl folgt dem Reflexionsgesetz, doch zusammen werden sie in alle Richtungen zurückgeworfen. Das heißt diffuse Reflexion. So sehen wir Menschen, Kleidung, Blätter und Wände. Ein Spiegel ist im Vergleich zur Wellenlänge glatt. Parallele Strahlen bleiben nach der Reflexion parallel, und nur am passenden Standort sieht man die helle Spiegelung. Mondlicht auf einem See ist eine Mischung: Das Wasser glänzt, ist aber uneben. Deshalb zieht sich die Spiegelung zu einem langen, glitzernden Streifen auseinander.

Bilder im ebenen Spiegel

Im ebenen Spiegel scheint dein Bild hinter dem Glas zu stehen. OpenStax zeigt den Grund: Die Strahlen, die deine Augen erreichen, verlassen den Spiegel so, als kämen sie von einem Punkt dahinter. Nach dem Reflexionsgesetz liegt dieser Punkt genauso weit hinter dem Spiegel, wie du davor stehst. Das Bild ist gleich groß und aufrecht, doch links und rechts erscheinen vertauscht. Es ist ein virtuelles Bild: An seinem scheinbaren Ort verläuft tatsächlich kein Licht. Deshalb lässt es sich nicht auf einem Blatt Papier hinter dem Spiegel auffangen. Eine Kamera kann es trotzdem fotografieren. Wie dein Auge sammelt sie die Strahlen und verfolgt sie zurück.

Ein ebener Spiegel. Das Bild (blasser Pfeil) liegt genauso weit hinter dem Spiegel wie der Gegenstand davor, auf beiden Seiten im Abstand d. Die gestrichelte Linie zeigt, woher der reflektierte Strahl scheinbar kommt.

Die eingangs erwähnte Regel zur halben Spiegelhöhe folgt aus derselben Geometrie. Licht von deinen Füßen muss auf halber Höhe zwischen Augen und Füßen reflektiert werden, damit es zu deinen Augen gelangt. Licht vom Scheitel wird auf halber Höhe zwischen Augen und Scheitel reflektiert. Der Spiegel muss also nur den Bereich zwischen diesen beiden Punkten abdecken: die Hälfte deiner Körpergröße. Daran ändert auch ein Schritt zurück nichts, denn das Bild rückt um denselben Abstand nach hinten.

Spiegel, die Licht direkt zurückschicken

Zwei rechtwinklig zueinander stehende Spiegel schicken einen Strahl in die Richtung zurück, aus der er kam, unabhängig vom Einfallswinkel. OpenStax nennt das einen Winkelreflektor. Fahrrad- und Verkehrsschildreflektoren enthalten viele winzige Winkel. Deshalb leuchten sie im Autoscheinwerfer auf und schicken das Licht zum Fahrer zurück. Astronauten haben Winkelreflektoren auf dem Mond zurückgelassen. An ihnen reflektierte Laserpulse dienen dazu, die langsam zunehmende Entfernung des Mondes sehr genau zu messen. Ein guter Haushaltsspiegel reflektiert laut OpenStax mehr als 90% des auftreffenden Lichts. Der Rest wird absorbiert.

  1. Ein Strahl trifft unter 35° zum Lot auf einen Spiegel. Wie groß ist der Reflexionswinkel?
  2. Ein Strahl bildet mit der Spiegeloberfläche einen Winkel von 20°. Wie groß ist der Einfallswinkel?
  3. Ein Strahl trifft unter 30° zum Lot auf einen Spiegel. Wie groß ist der Winkel zwischen einfallendem und reflektiertem Strahl?
  4. Du stehst 1.5 m vor einem ebenen Spiegel. Wie weit bist du von deinem Spiegelbild entfernt?
  5. Du gehst mit 0.5 m/s auf einen ebenen Spiegel zu. Mit welcher Geschwindigkeit verringert sich der Abstand zwischen dir und deinem Spiegelbild?
  6. Wie hoch muss ein ebener Spiegel mindestens sein, damit eine 1.70 m große Person ihren ganzen Körper sieht?
  7. Warum lässt sich ein Blatt Papier von überall im Raum sehen?
    • Seine raue Oberfläche streut Licht in alle Richtungen
    • Es sendet eigenes Licht aus
    • Es ist ein perfekter Spiegel
    • Es absorbiert das gesamte Licht
  8. Das Bild in einem ebenen Spiegel ist …
    • Virtuell, aufrecht und gleich groß
    • Reell und auf dem Kopf stehend
    • Reell und größer
    • Virtuell und halb so groß
  9. Ein Winkelreflektor aus zwei rechtwinkligen Spiegeln schickt einen Strahl …
    • In die Richtung zurück, aus der er kam
    • Entlang der Spiegeloberfläche
    • Immer senkrecht nach oben
    • In die Ecke, wo er absorbiert wird
Das Wichtigste
  • θr = θi, beide Winkel werden zum Lot gemessen.
  • Raue Oberflächen reflektieren diffus, Spiegel in eine Richtung.
  • Bild im ebenen Spiegel: virtuell, aufrecht, gleich groß und genauso weit hinter dem Spiegel wie du davor.
  • Für ein Ganzkörperbild genügt die halbe Körperhöhe als Spiegelhöhe. Winkelreflektoren schicken Licht direkt zurück.
Quellen zu diesem Kurs (16)
  • OpenStax College Physics 2e (openstax.org/books/college-physics-2e): 25.2 The Law of Reflection (θr = θi, diffuse vs mirror reflection, image as far behind the mirror)
  • 25.3 The Law of Refraction (Roemer 1676 data -> 2.26 × 10⁸ m/s, about 25% low; Michelson rotating mirrors with a fixed mirror 35 km away, 0.04%; c = 2.99792458 × 10⁸ m/s; n = c/v; Table 25.1 air 1.000293, water 1.333, ice 1.309, crown glass 1.52, flint 1.66, polystyrene 1.49, zircon 1.923, diamond 2.419; Snell's law; 30.0° -> 22.0° gives 1.33; air to diamond 30.0° -> 11.9°; zircon 1.56 × 10⁸ m/s; Ibn Sahl 984; Snell 1580 to 1626; lawn-mower analogy)
  • 25.4 Total Internal Reflection (mirror more than 90%; θc = sin⁻¹(n2/n1); polystyrene 42.2°, water 48.6°, diamond 24.4°; fibre optics, cladding; corner reflectors on bicycles and on the Moon; binoculars)
  • 25.5 Dispersion (Kamal al-Din al-Farisi 1267 to 1319, camera obscura and a water-filled glass vessel; Theodoric of Freiberg; Ibn al-Haytham; about six rainbow colours; Table 25.2 n at 660/610/580/550/470/410 nm; violet bent most; rainbow seen looking away from the Sun; secondary rainbow from two reflections; lasers disperse little)
  • 25.6 Image Formation by Lenses (ray tracing rules, P = 1/f in diopters, 1/do + 1/di = 1/f, m = −di/do, 0.750 m object and f = 0.500 m -> 1.50 m and m = −2.00, magnifier do 7.50 cm -> di −30.0 cm and m = 4.00, Table 25.3 three cases)
  • 26.1 Physics of the Eye (cornea and lens act as one thin lens, most bending at the cornea, cornea n 1.38, lens-to-retina 2.00 cm, near point 25 cm, power 50.0 D to 54.0 D, hair 1.20 × 10⁻² cm at 60.0 cm)
  • 27.3 (Young 1801)
  • NASA science.nasa.gov/eclipses/geometry (umbra, penumbra; typical umbral path may be less than 50 miles wide, penumbra a thousand miles or more) and nasa.gov image article Diagram of Umbra and Penumbra (umbra shrinks, penumbra grows away from the Sun)
  • NASA Visible Light page (Newton 1665 prism experiment, 380 to 700 nm)
  • Royal Society, Fara 2015 commentary on Newton (1672) New Theory about Light and Colours (royalsocietypublishing.org/rsta/article/373/2039/20140213)
  • NIST Meter page (Evenson group 299 792 456.2 ± 1.1 m/s; 1983 definition fixes c = 299 792 458 m/s) and NIST J. Res. 1972 measurement (tf.nist.gov/general/pdf/527.pdf)
  • APS News July 2010, Fizeau (Galileo lanterns; Roemer 1676; Fizeau 1849, 313 300 km/s, about 5% high)
  • Wikipedia Fizeau's measurement (8633 m, 720 notches, 25.2 turns per second -> 313 274 304 m/s, 4.5% high) and Speed of light (Galileo proposal 1638; Foucault 1862 298 000 ± 500 km/s, −0.60%; Michelson 1926 299 796 ± 4 km/s)
  • Baez and DESY "How is the speed of light measured?" (same table)
  • NASA Moon Fact Sheet (mean distance 384 400 km)
  • IAU 2012 astronomical unit 149 597 870 700 m.

Abgerufen: 2026-10-17