Bogenmaß und Einheitskreis
Leg den Radius eines Kreises an seinen Rand, und der Winkel, den er überdeckt, ist ein Radiant, etwa 57.3°. Etwas mehr als sechs davon gehen um den Kreis.
Winkel mit dem Radius messen
Grad sind eine menschliche Wahl: 360 Teile einer Umdrehung, eine Zahl, die aus der babylonischen Astronomie stammt. Das Bogenmaß kommt vom Kreis selbst. OpenStax Precalculus definiert einen Radiant als den Mittelpunktswinkel, dessen Bogen genauso lang ist wie der Radius. Weil der Umfang eines Kreises 2πr beträgt, passen genau 2π Radiuslängen um ihn herum, also ist eine volle Umdrehung 2π Radiant. Damit liegt die Umrechnung fest: 2π rad = 360° oder π rad = 180°.
Um Grad in Bogenmaß umzurechnen, multiplizierst du mit π/180; zurück multiplizierst du mit 180/π. Also ist 45° = 45 × π/180 = π/4, 30° = π/6 und 90° = π/2, während 2π/3 Radiant 2π/3 × 180/π = 120° sind. Ein Radiant ist 180/π ≈ 57.2958°. Im Bogenmaß wird die Bogenlänge einfach: Ein Winkel von θ Radiant schneidet einen Bogen der Länge s = rθ ab. Auf einem Kreis mit Radius 5 cm schneiden 2 Radiant einen Bogen von 10 cm ab. Bei Grad musst du zuerst umrechnen: 60° auf einem Kreis mit Radius 10 cm sind π/3 Radiant, das ergibt einen Bogen von 10π/3 ≈ 10.47 cm.
Der Einheitskreis
Ein rechtwinkliges Dreieck hat nur Winkel bis 90°, aber Drehungen gehen weiter. Der Einheitskreis hebt diese Grenze auf. Er ist der Kreis mit Radius 1 um den Ursprung. Starte am Punkt (1, 0) und dreh dich um einen Winkel t gegen den Uhrzeigersinn. Precalculus definiert den Kosinus von t als die x-Koordinate des erreichten Punkts und den Sinus von t als seine y-Koordinate: (x, y) = (cos t, sin t). Für Winkel zwischen 0° und 90° stimmt das mit dem Dreieck überein: Der Radius ist eine Hypotenuse der Länge 1, also ist die waagerechte Kathete cos t und die senkrechte Kathete sin t.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder mit zwei Fingern ziehen.
Über 90° bekommen die Koordinaten Vorzeichen. Bei 150° liegt der Punkt oben links, also ist cos 150° = −√3/2 und sin 150° = 1/2. Bei 180° ist der Punkt (−1, 0). Im dritten Quadranten sind beide Koordinaten negativ, also ist sin 210° = −1/2. Der Tangens ist y/x, die Steigung des Radius, und er existiert bei 90° und 270° nicht, wo x = 0 ist.
cos² + sin² = 1
Jeder Punkt auf dem Einheitskreis hat vom Ursprung den Abstand 1, also gilt x² + y² = 1. Setzt man x = cos t und y = sin t ein, erhält man cos²t + sin²t = 1, was Precalculus den trigonometrischen Pythagoras nennt. Damit kann man einen Wert aus dem anderen bestimmen. Ist sin t = 3/5 und liegt der Winkel im zweiten Quadranten, ist cos²t = 1 − 9/25 = 16/25, und weil x dort negativ ist, gilt cos t = −4/5.
Wozu überhaupt Bogenmaß? Weil es Formeln sauber macht. Die Bogenlänge s = rθ hat keinen störenden Faktor π/180, und in der Analysis ist die Ableitung von sin x nur dann cos x, wenn x im Bogenmaß steht. Deshalb arbeiten die meisten Naturwissenschaften und jeder Analysiskurs im Bogenmaß, und Grad bleiben für alltägliche Winkel wie Kompassrichtungen und Dachneigungen.
- 45° im Bogenmaß?
- π/4
- π/2
- π/3
- 4π
- 2π/3 Radiant in Grad?
- Ein Radiant in Grad, auf 2 Nachkommastellen?
- Radius 5 cm, Winkel 2 Radiant. Bogenlänge?
- Radius 10 cm, Winkel 60°. Bogenlänge auf 2 Nachkommastellen?
- cos 180°?
- sin 210°?
- In welchem Quadranten ist der Kosinus negativ und der Sinus positiv?
- II
- I
- III
- IV
- sin t = 3/5, t im Quadranten II. cos t als Dezimalzahl?
- Wo ist tan θ nicht definiert?
- 90° und 270°
- 0° und 180°
- 45° und 225°
- nirgends
- cos²(1.2) + sin²(1.2), mit 1.2 im Bogenmaß?
- 1 Radiant: Bogenlänge gleich dem Radius. 2π rad = 360°, π rad = 180°.
- Grad → Bogenmaß: × π/180. Bogenmaß → Grad: × 180/π.
- Bogenlänge s = rθ mit θ im Bogenmaß.
- Einheitskreis: (cos t, sin t); die Vorzeichen folgen dem Quadranten; tan = y/x.
- cos²t + sin²t = 1.
Quellen zu diesem Kurs (6)
- OpenStax, Algebra and Trigonometry 2e : 7.2 Right Triangle Trigonometry (sin = opposite/hypotenuse, cos = adjacent/hypotenuse, tan = opposite/adjacent, mnemonic SohCahToa; reciprocal functions sec, csc, cot; 3-4-5 example; cos α = 15/17; 30-60-90 sides s, √3s, 2s and 45-45-90 sides s, s, √2s; cofunction identity for complementary angles, cos 34° = sin 56° form; tan 30° = 7/a gives a ≈ 12.1 and c = 7/sin 30° = 14; angle of elevation and depression; tree 30 ft at 57° ≈ 46.2 ft: openstax.org/books/algebra-and-trigonometry-2e/pages/7-2-right-triangle-trigonometry)
- OpenStax Precalculus 2e: 5.1 Angles (one degree is 1/360 of a rotation; one radian intercepts an arc equal to the radius; arc length s = rθ: openstax.org/books/precalculus-2e/pages/5-1-angles)
- 5.2 Unit Circle: Sine and Cosine Functions (cos t = x, sin t = y; Pythagorean Identity cos²t + sin²t = 1: .../pages/5-2-unit-circle-sine-and-cosine-functions)
- 6.1 Graphs of the Sine and Cosine Functions (period 2π; amplitude |A|; period P = 2π/|B| for y = A sin(Bx − C) + D: .../pages/6-1-graphs-of-the-sine-and-cosine-functions)
- MacTutor History of Mathematics, University of St Andrews: "The trigonometric functions" (first known table of chords by Hipparchus about 140 BC, founder of trigonometry; Ptolemy's 360° and Babylonian influence; Aryabhata about 500 used jya for sine; Brahmagupta 628; Abu'l-Wafa 980; jya → jiba → jaib (fold) → Latin sinus; Regiomontanus' De triangulis written about 1464, published 1533; tangent named by Thomas Fincke in 1583; Gunter co-sinus 1620, abbreviation sin 1624; Hérigone first used sin in a book in 1634; Thales used shadows to find the heights of pyramids: mathshistory.st-andrews.ac.uk/HistTopics/Trigonometric_functions/) and "Thales of Miletus" (Hieronymus via Diogenes Laertius: shadows measured when our shadows equal our height; Plutarch's version with a stick at the end of the pyramid's shadow and two triangles in the same ratio: mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Thales/)
- OpenStax Calculus Volume 1, 3.5 Derivatives of Trigonometric Functions (d/dx sin x = cos x with x in radians: openstax.org/books/calculus-volume-1/pages/3-5-derivatives-of-trigonometric-functions)
Abgerufen: 2026-10-17