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Rechtwinklige Dreiecke berechnen

Eine Seite und ein spitzer Winkel genügen, um alles andere an einem rechtwinkligen Dreieck zu bestimmen. Liegt die Seite 7 einem 30°-Winkel gegenüber, ist die Hypotenuse genau 14.

Eine fehlende Seite finden

OpenStax sagt es ganz deutlich: Ihre eigentliche Stärke zeigt die Trigonometrie am rechtwinkligen Dreieck, wenn man einen Winkel kennt, aber nicht alle Seiten. Die Methode hat drei Schritte. Wähle zuerst das Verhältnis, das die gesuchte Seite und eine bekannte Seite enthält. Stell dann die Gleichung mit dem bekannten Winkel auf. Löse sie schließlich nach der Unbekannten auf. Nimm das Beispiel aus OpenStax selbst: Winkel 30°, Gegenkathete 7, Ankathete a unbekannt. Der Tangens verbindet Gegenkathete und Ankathete, also tan 30° = 7/a, umgestellt a = 7 / tan 30° ≈ 12.1. Für die Hypotenuse c verbindet der Sinus Gegenkathete und Hypotenuse: sin 30° = 7/c, also c = 7 / sin 30° = 14.

Achte darauf, wo die Unbekannte steht. Steht sie im Zähler, multiplizierst du: Eine 5 m lange Leiter, die im Winkel von 75° zum Boden lehnt, reicht bis zu einer Höhe von 5 sin 75° ≈ 4.83 m, und ihr Fuß steht 5 cos 75° ≈ 1.29 m von der Wand entfernt. Steht die Unbekannte im Nenner, dividierst du, wie bei 7 / tan 30° oben. Eine schnelle Kontrolle: Die Hypotenuse muss länger herauskommen als beide Katheten, und die Seite gegenüber dem größeren spitzen Winkel muss die längere Kathete sein.

Einen fehlenden Winkel finden

Manchmal kennt man zwei Seiten und sucht den Winkel. Dann rechnet man ein Verhältnis mit einer Umkehrfunktion rückwärts, geschrieben sin⁻¹, cos⁻¹ und tan⁻¹ (auch Arkussinus, Arkuskosinus und Arkustangens genannt). Ist die Gegenkathete 3 und die Ankathete 4, dann ist tan θ = 3/4 = 0.75 und θ = tan⁻¹(0.75) ≈ 36.87°. Der andere spitze Winkel ist 90 − 36.87 = 53.13°. Die −1 ist hier ein Name, keine Potenz: sin⁻¹ x bedeutet „der Winkel, dessen Sinus x ist“, nicht 1 / sin x.

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Das Feld rechnet den Tangens rückwärts: Aus den beiden Katheten gewinnt es mit tan⁻¹ den Winkel zurück. Stell θ = 37° und Hypotenuse 5 ein, dann siehst du fast ein 3-4-5-Dreieck.

Das ganze Dreieck berechnen

Ein rechtwinkliges Dreieck zu berechnen heißt, alle drei Seiten und beide spitzen Winkel zu bestimmen. Kennst du zwei Seiten, nimm den Satz des Pythagoras für die dritte und eine Umkehrfunktion für einen Winkel; der letzte Winkel ist 90° minus den ersten. Kennst du eine Seite und einen Winkel, ist der andere spitze Winkel 90° minus den gegebenen, und zwei Verhältnisse liefern die übrigen Seiten. Mit den Katheten 6 und 8 zum Beispiel ist die Hypotenuse √(36 + 64) = 10, der Winkel gegenüber 6 ist tan⁻¹(6/8) ≈ 36.87° und der andere Winkel etwa 53.13°. Es ist das mit 2 vergrößerte 3-4-5-Dreieck, also stimmen die Winkel überein.

Es hilft, eine Antwort mit einem zweiten Verhältnis zu prüfen. Im Beispiel aus OpenStax kamen die Seiten 7, etwa 12.12 und 14 heraus. Dann sollte cos 30° gleich 12.12 / 14 ≈ 0.866 sein, und das stimmt: cos 30° = √3/2 ≈ 0.866. Eine Abweichung bedeutet, dass eine der Seiten mit dem falschen Verhältnis bestimmt wurde.

Runde erst am Ende. Rundest du tan 30° auf 0.58 und dividierst dann, ergibt 7 / 0.58 den Wert 12.07 statt 12.12. Behalte den vollen Taschenrechnerwert bis zum letzten Schritt.
  1. Winkel 30°, Gegenkathete 7. Ankathete auf 2 Nachkommastellen?
  2. Dasselbe Dreieck. Hypotenuse?
  3. Eine 5 m lange Leiter bildet mit dem Boden einen Winkel von 75°. Wie hoch reicht sie an der Wand, auf 2 Nachkommastellen?
  4. Dieselbe Leiter. Abstand ihres Fußes von der Wand auf 2 Nachkommastellen?
  5. Gegenkathete 3, Ankathete 4. θ in Grad auf 2 Nachkommastellen?
  6. Gegenkathete 5, Hypotenuse 10. θ?
  7. Eine Rampe steigt auf 6 m waagerechter Strecke um 0.5 m. Ihr Winkel auf 2 Nachkommastellen?
  8. Katheten 6 und 8. Hypotenuse?
  9. Hypotenuse 12, Winkel 40°. Ankathete von 40° auf 2 Nachkommastellen?
  10. Was bedeutet sin⁻¹(0.6)?
    • der Winkel, dessen Sinus 0.6 ist
    • 1 ÷ sin 0.6
    • sin 0.6 zum Quadrat
    • −sin 0.6
  11. Du erhältst eine Hypotenuse von 4 und eine Kathete von 5. Was ist schiefgegangen?
    • die Hypotenuse muss die längste Seite sein
    • nichts
    • der Winkel muss 45° sein
    • Katheten sind immer kürzer als 1
Das Wichtigste
  • Wähle das Verhältnis, das die unbekannte Seite und eine bekannte Seite enthält.
  • Unbekannte im Zähler: multiplizieren. Unbekannte im Nenner: dividieren.
  • Die Umkehrfunktionen sin⁻¹, cos⁻¹, tan⁻¹ machen aus einem Verhältnis wieder einen Winkel.
  • Die beiden spitzen Winkel ergeben zusammen 90°; für eine dritte Seite nimm den Satz des Pythagoras.
  • Runde erst am Ende.
Quellen zu diesem Kurs (6)
  • OpenStax, Algebra and Trigonometry 2e : 7.2 Right Triangle Trigonometry (sin = opposite/hypotenuse, cos = adjacent/hypotenuse, tan = opposite/adjacent, mnemonic SohCahToa; reciprocal functions sec, csc, cot; 3-4-5 example; cos α = 15/17; 30-60-90 sides s, √3s, 2s and 45-45-90 sides s, s, √2s; cofunction identity for complementary angles, cos 34° = sin 56° form; tan 30° = 7/a gives a ≈ 12.1 and c = 7/sin 30° = 14; angle of elevation and depression; tree 30 ft at 57° ≈ 46.2 ft: openstax.org/books/algebra-and-trigonometry-2e/pages/7-2-right-triangle-trigonometry)
  • OpenStax Precalculus 2e: 5.1 Angles (one degree is 1/360 of a rotation; one radian intercepts an arc equal to the radius; arc length s = rθ: openstax.org/books/precalculus-2e/pages/5-1-angles)
  • 5.2 Unit Circle: Sine and Cosine Functions (cos t = x, sin t = y; Pythagorean Identity cos²t + sin²t = 1: .../pages/5-2-unit-circle-sine-and-cosine-functions)
  • 6.1 Graphs of the Sine and Cosine Functions (period 2π; amplitude |A|; period P = 2π/|B| for y = A sin(Bx − C) + D: .../pages/6-1-graphs-of-the-sine-and-cosine-functions)
  • MacTutor History of Mathematics, University of St Andrews: "The trigonometric functions" (first known table of chords by Hipparchus about 140 BC, founder of trigonometry; Ptolemy's 360° and Babylonian influence; Aryabhata about 500 used jya for sine; Brahmagupta 628; Abu'l-Wafa 980; jya → jiba → jaib (fold) → Latin sinus; Regiomontanus' De triangulis written about 1464, published 1533; tangent named by Thomas Fincke in 1583; Gunter co-sinus 1620, abbreviation sin 1624; Hérigone first used sin in a book in 1634; Thales used shadows to find the heights of pyramids: mathshistory.st-andrews.ac.uk/HistTopics/Trigonometric_functions/) and "Thales of Miletus" (Hieronymus via Diogenes Laertius: shadows measured when our shadows equal our height; Plutarch's version with a stick at the end of the pyramid's shadow and two triangles in the same ratio: mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Thales/)
  • OpenStax Calculus Volume 1, 3.5 Derivatives of Trigonometric Functions (d/dx sin x = cos x with x in radians: openstax.org/books/calculus-volume-1/pages/3-5-derivatives-of-trigonometric-functions)

Abgerufen: 2026-10-17