Das Galtonbrett und die Glockenkurve
Auf einem Galtonbrett mit 10 Stiftreihen landet eine Kugel mit Wahrscheinlichkeit 252/1024, etwa 0.246, im mittleren Fach.
Wo landen die Kugeln auf einem Brett mit 10 Stiftreihen?
Beginne mit dem Brett unten. Bereits zweihundert Kugeln sind durch 10 Stiftreihen gefallen. Drücke zuerst „100 Kugeln fallen lassen“ und beobachte die neuen Kugeln. Drücke danach „1000 auf einmal hinzufügen“. Welches Fach gewinnt? Welchen Anteil aller Kugeln enthält es ungefähr? Notiere beides; die Lektion erklärt die Ergebnisse.
Zum Drehen ziehen. Zum Zoomen scrollen oder zwei Finger auseinander- oder zusammenziehen.
Lass oben auf ein mit Stiften besetztes Brett eine Kugel fallen. An jedem Stift springt sie links oder rechts und landet nach der letzten Reihe in einem Fach. Eine einzelne Kugel kann überall landen. Hunderte Kugeln bilden immer dieselbe Form: einen Hügel in der Mitte, der zu beiden Seiten abfällt. Das Gerät heißt Galtonbrett, Bohnenmaschine oder Quincunx. Es macht die Regeln der vorigen Lektionen sichtbar.
252 Wege führen in Fach 5, nur einer in Fach 0
Nummeriere die Fächer links beginnend mit 0. Springt eine Kugel bei n Reihen k-mal nach rechts, landet sie in Fach k, unabhängig von der Reihenfolge. Bei gleichen Wahrscheinlichkeiten für links und rechts hat jeder Weg die Wahrscheinlichkeit (1/2)ⁿ. Daher ist die Wahrscheinlichkeit für Fach k gleich (Anzahl der Wege mit k Rechtsbewegungen) ÷ 2ⁿ. Bei 10 Reihen gibt es 2¹⁰ = 1024 Wege. Nur einer erreicht Fach 0 (immer links), aber 252 erreichen Fach 5. Also P(Fach 5) = 252/1024, etwa 0.246, und P(Fach 0) = 1/1024, weniger als 0.001. Das hast du im Labor gesehen: knapp ein Viertel in Fach 5 und ungefähr eine von tausend Kugeln in Fach 0.
Die Wegzahlen stehen im Pascalschen Dreieck. Jede Zahl ist die Summe der beiden darüber, genauso wie jeder Stift von zwei Stiften darüber erreicht werden kann. Die Anzahl für k Rechtsbewegungen bei n Reihen heißt C(n, k), „n über k“. Ist die Wahrscheinlichkeit für rechts p statt 1/2, hat jeder Weg mit k Rechtsbewegungen die Wahrscheinlichkeit pᵏ(1 − p)ⁿ⁻ᵏ. Somit P(Fach k) = C(n, k) pᵏ (1 − p)ⁿ⁻ᵏ. Das ist die Binomialverteilung aus OpenStax-Kapitel 4. Ihr Mittelwert ist n × p und ihre Standardabweichung √(n p (1 − p)). Bei 10 Reihen und p = 0.5 liegt der Mittelwert bei Fach 5, die Standardabweichung beträgt √2.5, etwa 1.58 Fächer.
Schon bei zehn Reihen liegen 65.6% innerhalb einer Standardabweichung
Mit mehr Reihen ähnelt der Hügel immer stärker der glatten, symmetrischen Glocke der Normalverteilung. Bei einer Glockenform liegen etwa 68% der Werte innerhalb einer Standardabweichung vom Mittelwert, etwa 95% innerhalb zweier. Bei 10 Reihen enthalten die Fächer 4 bis 6 (Abstand höchstens 1.58 von Fach 5) etwa 65.6% der Kugeln, die Fächer 2 bis 8 etwa 97.9%. Das liegt schon nahe daran. Der Grund ist derselbe wie bei drei statt zwei Würfeln: Viele kleine unabhängige Einflüsse ergeben zusammen annähernd eine Glocke. Stelle die Wahrscheinlichkeit für rechts auf 0.7. Der Hügel wandert zu Fach 7 und wird schief: Die Binomialverteilung ist nur bei p = 0.5 symmetrisch.
P(k) = C(n, k) × p hoch k × (1 − p) hoch n − k. Mittelwert n p. Standardabweichung: Quadratwurzel aus n p (1 − p).
- 10 Reihen. Wie viele Wege führen in Fach 5?
- 10 Reihen. Wie viele Wege gibt es insgesamt?
- 10 Reihen, faire Ablenkungen. Wie groß ist P(Fach 0)?
- 10 Reihen, p = 0.5. Welche Fachnummer ist der Mittelwert?
- 10 Reihen, p = 0.5. Standardabweichung in Fächern, auf 2 Nachkommastellen?
- 4 Reihen, faire Ablenkungen. Wie groß ist P(mittleres Fach, Fach 2)?
- Pascalsches Dreieck, Zeile 6: 1, 6, 15, 20, 15, 6, 1. Wie groß ist C(6, 2)?
- 10 Reihen, p = 0.7. Welche Fachnummer ist der Mittelwert?
- Wie viele von 1000 Kugeln sollten bei einem Brett mit 10 Reihen ungefähr in Fach 5 landen? Runde auf eine ganze Zahl.
- Warum hängt das Zielfach nur von der Anzahl der Rechtsbewegungen ab?
- Am Rand stoßen die Stifte stärker
- Jede Rechtsbewegung führt eine halbe Stiftbreite nach rechts, jede Linksbewegung eine halbe nach links, unabhängig von der Reihenfolge
- Kugeln merken sich ihren Weg
- Die Fächer sind unterschiedlich breit
- „Ein Brett mit 10 Reihen hat 11 Fächer, also erhält jedes 1/11 der Kugeln.“ Zu den Fächern führen unterschiedlich viele Wege. Fach 5 hat 252 der 1024 Wege (etwa 0.246), die Fächer 0 und 10 jeweils einen (etwa 0.001). 1/11, etwa 0.091, ist für die Mitte zu niedrig und für die Ränder viel zu hoch.
- „Vier zweiseitige Stäbchen werden geworfen. Gezählt wird, wie viele mit der Vorderseite oben liegen, von 0 bis 4. Also hat jedes der fünf Ergebnisse die Wahrscheinlichkeit 1/5.“ Bei 50:50 pro Stäbchen entsprechen vier Stäbchen einem Brett mit 4 Reihen. Für 0 und 4 braucht man jeweils ein bestimmtes Muster: 1/16. Für 1 gibt es vier Muster: 4/16. Der Fehler besteht darin, die 5 Punktzahlen statt der 16 gleich wahrscheinlichen Muster zu zählen.
- „Bei p = 0.7 sammelt das mittlere Fach weiterhin die meisten Kugeln.“ Der Hügel folgt n × p. Bei 10 Reihen und p = 0.7 ist Fach 7 am wahrscheinlichsten, mit etwa 0.267. Für Fach 5 sinkt die Wahrscheinlichkeit auf etwa 0.103.
- Fachnummer = Anzahl der Rechtsbewegungen. Wege zu Fach k: C(n, k), aus dem Pascalschen Dreieck.
- P(Fach k) = C(n, k) pᵏ (1 − p)ⁿ⁻ᵏ: die Binomialverteilung.
- Mittelwert n p, Standardabweichung √(n p (1 − p)).
- Viele kleine unabhängige Einflüsse ergeben zusammen eine Glockenform.
Quellen zu diesem Kurs (9)
- Curriculum: 교육부 고시 제2022-33호 [별책 8] 수학과 교육과정 (ncic.re.kr/inv/org/download.do?year=2022&seq=10003559&orgType=ogi4, PDF read 2026-10-19: 초등학교 5~6학년군 [6수04-04]~[6수04-06] 가능성을 말과 0, 1/2, 1 같은 수로 나타내기; 중학교 1~3학년군 [9수04-03] 상대도수, [9수04-05] 경우의 수(두 경우의 수를 더하거나 곱하는 정도), [9수04-06] 확률(상대도수로서의 의미와 경우의 수의 비율로서의 의미, 각 경우의 가능성이 같다는 가정), 용어 상대도수·사건·확률; 공통수학1 [10공수1-03-01]~[10공수1-03-03] 합의 법칙·곱의 법칙·순열·조합, 기호 nCr; 확률과 통계 [12확통01-03] 이항정리, 용어 이항계수·파스칼의 삼각형; [12확통02-01]~[12확통02-06] 확률의 기본 성질·덧셈정리·여사건의 확률·조건부확률·독립과 종속·곱셈정리, 용어 시행·통계적 확률·수학적 확률·여사건·배반사건·조건부확률·종속·독립·독립시행과 기호 P(A), P(B|A); [12확통03-03] 이항분포, [12확통03-04] 정규분포와 이항분포의 관계, [12확통03-05]·[12확통03-06] 임의추출·표본평균과 모평균, 용어 큰 수의 법칙·이항분포·정규분포·모평균·표본평균과 기호 B(n, p), N(m, σ²), X̄)
- Textbook: OpenStax, Introductory Statistics 2e by Barbara Illowsky and Susan Dean, 3.1 terminology, equally likely outcomes, dime and nickel, law of large numbers, Belgian one euro coin 56% heads in 250 trials, conditional probability, Table 3.1 handedness of 100 people (openstax.org/books/introductory-statistics-2e/pages/3-1-terminology)
- 4.3 binomial distribution
- 7.1 central limit theorem for sample means, example mean 90, SD 15, n = 25, standard error 3 (.../pages/7-1-the-central-limit-theorem-for-sample-means-averages)
- Yut rules for the Korean example only: 국립민속박물관 한국민속대백과사전 「윷놀이」, 도·개·걸·윷·모 by how many of the four sticks land 뒤집어진 (folkency.nfm.go.kr/kr/topic/detail/1595, read 2026-10-19)
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- Galileo story: Sopra le scoperte dei dadi, sum 10 in 27 ways and 9 in 25 ways with three dice (English translation, University of York history of statistics, york.ac.uk/depts/maths/histstat/galileo.pdf)
- Pascal story: Pascal to Fermat, 29 July 1654, one six in four throws "as 671 to 625" (American Physical Society, aps.org/apsnews/2009/07/pascal-letters-fermat-points; Gaston Sanchez, De Mere's games; Statistical Science 2024 "Antoine Gombaud, Chevalier de Méré")
- Galton story: Francis Galton, Natural Inheritance of 1889, the quincunx (Wikipedia "Galton board")
Abgerufen: 2026-10-17