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Formen von Verteilungen

Die 25 Wochenend-Spielzeiten in einer OpenStax-Tabelle haben einen Median von 17.5 Stunden und einen Mittelwert von 15.55: Ein langer Ausläufer in Richtung 0 zieht den Mittelwert nach unten.

Ist eine Verteilung gezeichnet, beschreibst du zuerst ihre Form. Dafür gibt es einige feste Begriffe: symmetrisch oder schief, ein- oder zweigipflig, mit oder ohne Lücken und Ausreißer. Die Form entscheidet darüber, welche Kennzahlen sinnvoll sind. Bei symmetrisch angeordneten Werten beschreibt der Mittelwert die Mitte gut; bei einer einseitig verzerrten Verteilung kann er irreführen.

Symmetrisch

Eine symmetrische Verteilung sieht auf beiden Seiten ihrer Mitte ungefähr gleich aus. Ein klassisches Beispiel sind Quetelets 5738 Brustumfangsmessungen schottischer Soldaten: Die höchsten Häufigkeiten liegen bei 39 und 40 Zoll und nehmen zu beiden Seiten ab. Der Mittelwert beträgt 39.83 Zoll, der Median 40, also fast dasselbe. Das passt zur Symmetrie. Auch die 100 Körpergrößen von Fußballspielern bei OpenStax sind nahezu symmetrisch verteilt, mit Mittelwert 67.26 und Median 67 Zoll.

Links- und rechtsschief

Eine schiefe Verteilung hat auf einer Seite einen langen Ausläufer. Nach dieser Seite wird sie benannt, nicht nach der Lage ihres Gipfels. Die 22 New Yorker Restaurants bei OpenStax beschäftigen zwischen 15 und 42 Personen. Die Hälfte, also 11, hat 20 bis 29 Beschäftigte; größere Betriebe mit bis zu 42 ziehen den rechten Ausläufer in die Länge. Die Verteilung ist rechtsschief, und der Mittelwert 28.09 liegt über dem Median 26.5. Bei den Wochenend-Spielzeiten von 25 Klassenmitgliedern ist es umgekehrt. Die meisten spielten 15 bis 24 Stunden, einige nur sehr wenig und eine Person 0 Stunden. Der Ausläufer zeigt nach links, der Mittelwert 15.55 liegt unter dem Median 17.5. Der Mittelwert folgt dem Ausläufer, weil jeder Wert ihn beeinflusst. Für den Median zählt nur die mittlere Position.

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Wochenend-Spielzeiten von 25 Klassenmitgliedern (OpenStax), Klassenbreite 5 ab 0. Der Ausläufer liegt links. Wechsle zu den Restaurantbelegschaften für einen rechten Ausläufer und zu den Brustumfängen für eine symmetrische Verteilung.

Gleichverteilt und zweigipflig

Eine Gleichverteilung hat keinen Gipfel: Jeder Wert kommt ungefähr gleich häufig vor, wie die Augenzahlen eines fairen Würfels nach vielen Würfen. Eine zweigipflige Verteilung hat zwei Gipfel. Oft wurden dabei zwei unterschiedliche Gruppen vermischt. Misst du die Körpergrößen in einem Raum mit Erwachsenen und kleinen Kindern, entsteht für jede Gruppe ein eigener Hügel. Ein gemeinsamer Mittelwert würde keine typische Person im Raum beschreiben. Frage bei zwei Gipfeln deshalb, ob du die Daten aufteilen solltest.

Die Form hängt auch von der gewählten Klassenbreite ab. Sehr schmale Klassen können eine glatte Verteilung zerklüftet oder sogar zweigipflig erscheinen lassen. Sehr breite Klassen können einen echten zweiten Gipfel verdecken. Probiere im Labor zwei oder drei Breiten aus, bevor du die Form benennst.
FormBeispielMittelwert und Median
SymmetrischQuetelets BrustumfängeUngefähr gleich (39.83 und 40)
RechtsschiefRestaurantbelegschaftenMittelwert größer (28.09 und 26.5)
LinksschiefWochenend-SpielzeitenMittelwert kleiner (15.55 und 17.5)
GleichverteiltAugenzahlen eines fairen WürfelsUngefähr gleich
ZweigipfligErwachsene und Kinder zusammenKeiner beschreibt eine typische Person

Eine Verteilung in einem Satz beschreiben

Eine gute Beschreibung nennt vier Dinge: Form, Lage, Streuung und Auffälligkeiten. Für die 100 Körpergrößen bei OpenStax könnte sie lauten: ungefähr symmetrisch und eingipflig, Mitte bei etwa 67 Zoll (Mittelwert 67.26, Median 67), Werte von 60 bis 74 Zoll mit einer Standardabweichung von etwa 2.89 und vier kleinen Spielern (60, 60.5, 61 und 61 Zoll) unterhalb der unteren Ausreißergrenze von 61.125 aus dem Kurs zu Mittelwerten. Für die Spielzeiten: linksschief, Median 17.5 Stunden, Werte von 0 bis 24, wobei 0 etwa 2.2 Standardabweichungen unter dem Mittelwert, aber innerhalb der Ausreißergrenzen liegt. Ein solcher Satz sagt mehr aus als ein einzelner Durchschnitt.

SymmetrischBeide Seiten der Mitte sehen ähnlich aus
RechtsschiefLanger Ausläufer rechts; Mittelwert über dem Median
LinksschiefLanger Ausläufer links; Mittelwert unter dem Median
GleichverteiltKein Gipfel; alle Werte etwa gleich häufig
ZweigipfligZwei Gipfel; häufig zwei vermischte Gruppen
  1. Restaurantbelegschaften: Mittelwert 28.09, Median 26.5. Welche Form ist am wahrscheinlichsten?
    • Linksschief
    • Symmetrisch
    • Rechtsschief
    • Gleichverteilt
  2. Spielzeiten: Mittelwert 15.55, Median 17.5. Wo liegt der Ausläufer?
    • Links
    • Rechts
    • Kein Ausläufer
    • Auf beiden Seiten
  3. Quetelets Brustumfänge: Median minus Mittelwert (40 − 39.83)?
  4. Eine schiefe Verteilung wird benannt nach ...
    • Der Seite des Gipfels
    • Der Seite des langen Ausläufers
    • Dem Mittelwert
    • Der Farbe
  5. Körpergrößen in einem Raum mit Erwachsenen und kleinen Kindern wären vermutlich ...
    • Gleichverteilt
    • Zweigipflig
    • Exakt normalverteilt
    • Nur linksschief
  6. Viele Würfe mit einem fairen Würfel ergeben ein annähernd ... Histogramm.
    • Gleichverteilt
    • Zweigipflig
    • Rechtsschief
    • Normalverteilt
  7. Welche Lagekennzahl solltest du bei einer stark schiefen Verteilung angeben?
    • Nur den Mittelwert
    • Den Median (gegebenenfalls zusätzlich den Mittelwert)
    • Das Maximum
    • Die Spannweite
  8. Restaurantdaten: Wie viele Restaurants hatten 20 bis 29 Beschäftigte (Klassenbreite 10 ab 10)?
  9. Ein Histogramm mit sehr schmalen Klassen wirkt zerklüftet und zweigipflig. Was tust du zuerst?
    • Es als zweigipflig beschreiben
    • Breitere Klassen ausprobieren und prüfen, ob die Gipfel bleiben
    • Daten löschen
    • Ein Kreisdiagramm verwenden
  10. In einer symmetrischen Verteilung sind Mittelwert und Median ...
    • Ungefähr gleich
    • Immer weit voneinander entfernt
    • Der Mittelwert ist immer größer
    • Der Median ist immer 0
Das Wichtigste
  • Beschreibe zuerst die Form: symmetrisch oder schief, ein oder zwei Gipfel, Lücken und Ausreißer.
  • Die Schiefe wird nach dem langen Ausläufer benannt. Der Mittelwert bewegt sich zu ihm hin, der Median weniger.
  • Zwei Gipfel deuten oft auf zwei Gruppen hin. Probiere vor der Einordnung mehrere Klassenbreiten aus.
Quellen zu diesem Kurs (7)
  • OpenStax, Introductory Statistics 2e by Barbara Illowsky and Susan Dean (, per the page notice on 2026-10-17): 2.2 frequency tables, relative and cumulative frequency, frequency polygons (calculus final test scores 5, 10, 30, 40, 15; ages of US presidents at inauguration in six classes)
  • the 100 soccer player heights, the 50 students' books, the 25 classmates' weekend video game hours and the 22 New York restaurant staff counts (openstax.org/books/introductory-statistics-2e/pages/2-2-histograms-frequency-polygons-and-time-series-graphs)
  • 6.1 the standard normal distribution, z-scores, the empirical rule, X ~ N(5, 6)
  • heights of Chilean males aged 15 to 18 N(170, 6.28) for 2009 to 2010 and N(172.36, 6.34) for 1984 to 1985, SAT verbal 2012 N(496, 114) with 1,664,479 test takers, Jerome N(16, 4) (openstax.org/books/introductory-statistics-2e/pages/6-1-the-standard-normal-distribution)
  • De Moivre and the normal approximation to coin flips: D. Lane, Online Statistics Education, 7.2 History of the Normal Distribution (stats.libretexts.org, Introductory Statistics (Lane) 7.2)
  • EBSCO Research Starters, "De Moivre Describes the Bell-Shaped Curve" (1733)
  • Quetelet's chest measurements of 5,738 Scottish militiamen (Quetelet 1846, from an 1817 source; Stigler 1986 corrections): R package HistData, ChestSizes and ChestStigler (vincentarelbundock.github.io/Rdatasets/doc/HistData/ChestSizes.html).

Abgerufen: 2026-10-17